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Zwischenbericht...

... von der kleinen Keksschlampe ohne Perspektiven.

Es ist Mitte März. Aber warm ist es nicht (mehr). Zwischendrin scheine ich ja recht optimistisch gewesen zu sein, wenn ich mir die letzten Einträge so durchlese. Inzwischen habe ich wetter.com von meiner Favoritenliste gelöscht, schalte nach den Nachrichten aus um den Wetterbericht nicht mehr sehen zu müssen und boykottiere das Radio. Sonst wäre das alles noch deprimierender.

Deprimierend ist übrigens noch was ganz anderes. Und zwar meine Aussichten auf die Zukunft. Die letzten beiden Tage habe ich statt in der Schule, statt im sicherlich überproduktiven Matheunterricht, in der Universität in Frankfurt verbracht und mich dort über ein paar Studiengänge informiert. Die Vorstellungen der Studiengänge waren in ihrer Qualität breit gefächert: von richtig scheiße bis beknackt war alles dabei.
Richtig scheiße war beispielsweise die Vorlesung über Journalismus. Die Menschen, die diesen Studiengang vorgestellt haben, haben mir eigentlich nur übermittelt, dass man das eh nicht studieren muss um Journalist zu sein, und dass, ob du letzten Endes überhaupt Journalist wirst, hauptsächlich von Glück und Connections abhängt. Yey. Hab ich ja beides ständig und ausreichend. -.-
Vom Lehramt hab ich anstatt Bestätigung für meinen am ehesten vorstellbaren Beruf eher Verunsicherung mitgenommen. Die Frage, die man laut des Professors zu hundert Prozent und mit voller Überzeugung mit ja beantworten können sollte, um zu wissen, dass man auf dem richtigen Weg ist ("Möchte ich 30 Jahre, 5 Tage die Woche 6 Stunden lang vor Jugendlichen stehen und versuchen ihnen etwas beizubringen? Kann ich das besser als die Menschen, die ich jetzt in der Schule als inkompetent verurteile?"), beantworte ich mir selbst, ganz ehrlich, mit einem lapidaren "keine Ahnung". Super Anfang.
Und der Studiengang, der noch am interessantesten war, Germanistik, hat nicht sonderlich beruhigende Zukunftsaussichten. "Man darf bei einem Gedicht nicht 'ih' denken, wenn man Germanistik studiert", hat die Dozentin erklärt. Okay, das dachte ich mir. Aber wenn man das nicht mal heimlich denken darf?! Argh. Außerdem gibt es Germanisten wie Sand am Meer. Du musst ein guter Germanist sein. Einer mit Master. Mit gutem Master. Deinen Bachelor kannst du auch deiner kleinen Schwester schenken. Und wenn man nun mal nicht gut ist? Wenn man sich bei manchen Gedichten nun mal "ih" denkt? Wenn man allerhöchstens eine Haarspitze überm Durchschnitt liegt?
Ach. Ich hab ja noch ein Jahr Zeit. Vielleicht hab ich ja bis dahin einen Geistesblitz.

Übrigens, der Uni-Campus ist echt schön. Ich hab danach dort noch einen Kaffee mit ihm getrunken (also nicht mit dem Uni-Campus, sondern meinem anonymen "Dauer-Er"). Das war nett und interessant und manchmal sehr tiefgründig. Ich habe viel über ihn gelernt.
Ich glaube, so viel hast du mir noch nie von dir erzählt. Aber trotzdem spiele ich grade sehr mit dem Gedanken, das Armband von meinem Arm abzumachen, das mich an dich erinnert.
Drei sind da im Moment an meinem Arm. Ein gekauftes, das ist so schwarz, weiß und blau und erinnert mich an einen Tag in Frankfurt mit den "süßen und salzigen Ergänzungsprodukten" ^^. Und dann sind da zwei selbstgeknüpfte, ein schwarz-grau-weißes und ein schwarz-blau-weißes. Und letzteres habe ich gemacht, während ich vollkommen durchflutet war von einem Erlebnis mit dir. Eigentlich ist es nicht mal besonders schön geworden. Und inzwischen nerven mich die Armbänder, weil sie teilweise schon ewig dran sind und ich grade so schöne Neue gefunden habe.
Vielleicht sollte ich es wirklich abmachen. Ich könnte es ja trotzdem aufheben.
(Und JA: Das ist eine wichtige Entscheidung! Symbolik und persönliche Bedeutung ist bei mir viel zu oft ausschlaggebend. Wirklich. Leider.)

So. Jetzt hab ich mir genug dämliche Gedanken gemacht. Morgen geht es wieder in die Schule. Hoffentlich rettet mir dort irgendwas (oder irgendwer) die Laune.

Bis demnächst,

mazenoire


P.S.: Update, einen Tag später - Mir hat tatsächlich etwas den ansonsten recht unspektakulären Tag gerettet. Mehr als gerettet. Danke dafür.


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