Whehey!
Nach der durchweg positiven Resonanz auf meinen neuen Schal (der is aber auch toll! Vielen Dank an alle, die das auch so gesehen haben :D) kommt hier - zugegebenermaßen drei Tage zu spät für den Titel - ein neuer geistiger Schreiberguss meinerseits. Diesmal hab ich sogar was handfestes zu berichten. Ich weiß, das ist selten.
Meines Erachtens ist Valentinstag die bescheuertste Erfindung dieser ohnehin schon sehr sehr fragwürdigen Menschheit. Ich frage mich, wieso Paare, die miteinander glücklich sind, einen extra Tag dafür brauchen, dies der ganzen Welt mitzuteilen. Ernsthaft, als würde man nicht sowieso schon genug Pärchen sehen, die sich gegenseitig in aller Öffentlichkeit (vor allem da wo man es grade NICHT sehen will, zum Beispiel beim Pausenbrotessen in der Schule oder beim Busfahren auf dem Platz vor einem) fast aufschlabbern. Da ist der Üäh-Faktor auch so schon hoch genug, zumal man sich meist, wenn man sich diese Öffentlichkeitspärchen versehentlich mal genauer anschaut, fragt, wieso sie sich nicht gleich an Ort und Stelle die Kleidung vom Leib reißen.
Ganz abgesehen davon, dass der Valentinstag nur ein weiterer kommerzialisierter Höhepunkt unserer Gesellschaft ist - ich würde mich grade an Valentinstag nicht über ein Geschenk freuen! Ernsthaft, würde mein Freund mir an diesem Tag eine Rose oder sonstwas schenken, hätte ich das Gefühl, er täte das einfach nur aus Pflichtgefühl und nicht, weil er mich überraschen will. Vor allem, wenn er sonst nicht so der Typ dafür ist.
Wie gut, dass das offenbar ungefähr der ganze Rest Deutschland (ausgenommen die frustrierten Singles) anders sehen als ich, sonst wäre ich ja mainstream.
Allerdings muss ich zum Valentinstag eine einzige gute Sache hinzufügen: Er inspiriert gute Freunde zu wahrhaftig äußerst amüsanten Ideen. Auch wenn es ein ziemlicher Diss gegen mich war: Ich hab selten ein so lustiges, mieses und gleichzeitig total nettes (Valentinstags)Geschenk bekommen! ^^ Danke an die beiden gemeinen Schenker! :D
Um zum zweiten Teil der Überschrift zu kommen: Ich ess Blumen, denn Tiere tun mir leid... Jeder (halbwegs musikalisch gebildete) Mensch sollte dieses Lied von Die Ärzte kennen. Ich fand es bisher eigentlich nur recht witzig. Jetzt ist es Realität für mich, und zwar für die nächsten 40 Tage, die wir Christen (ja gut okay, die anderen auch) Fastenzeit nennen.
Ich weiß, ich MUSS das nicht tun. Aber die Idee kam mir und weil ich es bisher noch NIE geschafft habe wirklich auf etwas zu verzichten, habe ich mir jetzt vorgenommen, es zu schaffen. Und ich hab auch schon einiges dafür getan. Und ich muss sagen, dass der Wunsch, durchzuhalten, wesentlich größer ist als die Sorge, ich könnte wahnsinnig werden.
40 Tage beziehungsweise sechs Wochen kein Fleisch und keine Schokolade. Ich weiß, das klingt hart. Aber genau das ist der Reiz daran. Ich habe schon immer bewundert, wenn Leute Vegetarier geworden sind. Weil es wirklich tausend Kritikpunkte an der Viehhaltung und anderen Dingen gibt. Aber ich kann das einfach nicht. Zum Ersten lebe ich in einer großen Familie und ich will meiner Mutter nicht zumuten, eine Extratofuwurst für mich zu kochen, wenn sie eh schon genug damit zu tun hat, fünf hunrige Leute mit enormen Ansprüchen an das Essen zufriedenzustellen und die verschiedenen Vorlieben und Abneigungen jeden Tag zu kombinieren. Und zum anderen schmeckt ein leckeres Schnitzel oder Pute mit Curryreis einfach viel zu gut, als dass ich darauf verzichten könnte... Genauso, wie Schokolade einfach unverzichtbar ist, sie gibt mir den nötigen zucker um durchzuhalten und ist manchmal einfach besser als Beruhigungspillen. Aber für die nächsten 40 Tage muss es ohne Beides gehen.
Einige Grundsteine dafür hab ich schon gelegt. Meine Mutter und ich haben eine wirklich lecker klingende Liste mit vegetarischen Gerichten zusammengestellt und heute habe ich das erste mal ein fastenzeitmodifiziertes Frühstück mit in die Schule bekommen: Statt Frischkäse-Toast mit Pute und Salat, einem Snickers oder PickUp und Möhren oder Äpfelchen (ja, ich weiß, meine Mama liebt mich ^^) hatte ich heute zwei Brote dabei mit Bergkäse und Schmelzkäse (ich liebe den ^^), außerdem einen Apfel und einen Joghurt-Müsliriegel. (Ihr wisst ja gar nicht, wie schwer es ist, eine Süßigkeit für die Schule OHNE Schokolade zu finden. Aber dafür schmecken diese Riegel auch einfach total lecker!)
Ich fand das Frühstück richtig gut. Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Tomatensoße und eben zum Abendbrot hab ich ein Brot mit Frischkäse und marmelade gegessen, dazu ein Himbeerjoghurt. Lecker. Ich finde es auszuhalten - noch. Ich werde ab und zu mal berichten, wie ich auskomme.
(Und wenn ich mir das so durchlese, klingt es, als würde ich einen auf Woyzeck machen. Nur noch Erbsen essen. Und gucken, was passiert. Ich stell mich vielleicht an...)
So, dann mach ich jetzt noch einen Waldspaziergang in meinen Biolatschen und schlaf dann in meinem Bett aus Moosen und Farnen ein. Haha.
Grüne Grüßelchen,
mazenoire