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1 + 1 = 2

Der letzte Eintrag in diesem Blog ist fast genau zwei Monate her - gefühlt aber schon ungefähr zwei Jahre...

Ich frage mich, ob noch jemand hier auf diesen Blog schaut und hofft, dass ich ab und zu mal wieder was schreibe. Und noch mehr frage ich mich: Soll ich überhaupt etwas schreiben? Wozu mache ich das denn? Die zwei, drei Personen, die vielleicht regelmäßig auf meine Seite gehen, wissen wahrscheinlich ohnehin, was für Gedanken momentan Konjunktur haben in meinem kleinen verwirrten Kopf. Wieso hab ich überhaupt so viel Persönliches gebloggt in den letzten vier Jahren, seit es diesen Blog gibt, und wieso sollte ich damit weiter machen? Viele meiner privaten Probleme und Gedanken bespreche ich ja nicht mal mit irgendwem, beziehungsweise mit jedem, wieso sollte ich sie dann im Internet zugänglich und öffentlich machen? Klar - ich habe nur Freunden den Link meines Blogs gegeben - soweit ich weiß haben damals, vor vier Jahren, fünf Freunde die Adresse bekommen. In der Zwischenzeit sind davon mit Sicherheit zwei Leser abgesprungen und mit Sicherheit zwei hinzugekommen, sodass ich nach wie vor bei ca. fünf Leuten stehe, die diesen Blog besuchen könnten. Aber trotzdem kann ja prinzipiell jeder meinen Blog finden, wenn er danach sicht.
Wieso gibt es so eine merkwürdige Befriedigung und Erleichterung, "endlich mal wieder etwas gebloggt zu haben"? Ich könnte ja auch einfach für mich einen Text schreiben und es dabei belassen. Worin genau liegt der Reiz der Öffentlichkeit? Bestimmt nicht daran, dass ich in Kommentaren die Meinung meiner Leser hören will, denn: Meine Leser sind größtenteils meine Freunde. Das heißt, die meisten kann ich nach ihrer Meinung einfach fragen oder ich kenne sie so gut, dass ich mir die Meinung denken kann. Dann muss es aber etwas anderes sein - ist es die Möglichkeit, dass jemand Fremdes den Artikel liest und sich gedanklich in mich hineinversetzen kann? Oder ist es genau das Gegenteil - dass ich es einfach mal alles gesagt habe, es quasi herausgeschrieen ist (was ja immer erleichternd ist), ich aber durch die Anonymität meines Blogs relativ sicher sein kann, dass es niemand wahrnimmt, den es nichts angeht?
Wieso nervt mich, etwas bloggen zu wollen? Komisch, denn grade in letzter Zeit nach der Regel zu leben: Tu einfach, was dich glücklich macht. Es ist im Endeffekt eine ganz einfache Gleichung. 1 + 1 = 2. Du bist unzufrieden? Warum? Aus diesem Grund? Der Grund wird geändert. Dich würde es glücklich machen, dieses zu tun? Dann tu es. Diese oder jene Aktion führt dazu, dass zu glücklich wirst? Okay - dann führe die Aktion durch. Klingt einfach, nicht? Wie ein Puzzleteil in die entsprechende Lücke stecken. So einfach ist es aber nicht. Manchmal weiß man nicht: Was genau ist es eigentlich, was ich will? Was genau fehlt mir dazu, zufrieden zu sein? Oder es kann sein, dass die Handlung im Widerspruch steht zu anderen Komponenten: Moral oder Vernunft zum Beispiel. Nicht immer sollte man das Glück auf Kosten von Vernunft oder Moral verfolgen, das hätte unter Umständen sehr schnell konsequenzen.
So - wenn ich nun das Gefühl habe, ich will bloggen, warum tue ich es dann nicht einfach? Wenn ich das Gefühl habe, es nervt mich, dass ich das Gefühl habe, dass ich bloggen will, dann ist schon etwas falsch. Das Gefühl sollte meine Handlung direkt beeinflussen, nicht indirekt. Oder anders ausgedrückt: Das Genervtsein ist ein Gefühl über ein Gefühl, quasi ein Folgegefühl aus einem ersten Gefühl heraus. In diesem konkreten Fall - es gibt keine moralischen oder die Vernunft betreffenden Bedenken - schließe ich daraus: Ich folge erst dem ersten Gefühl. Also blogge ich. Und dann kann ich sehen, wie mein Gefühl darauf reagiert. Finde ich es scheiße, dass ich über etwas Persönliches gebloggt habe? Ja? Dann mach ich es eben nicht mehr, oder zumindest nicht mehr so unmittelbar. Nein? Sehr gut - wenn es hilft, sich angenehm oder zumindest nicht unangenehm anfühlt, war es das Richtige. So einfach geht das. 1 + 1 = 2.

Ich werde also, wenn ich in den nächsten Tagen die Zeit finde, über ein paar der Sachen schreiben, die mich so umtreiben. Ich habe so viel zu erzählen. Wie gesagt, ich hatte verdammt ereignisreiche, verändernde, lehrreiche, schöne, schreckliche zwei Sommermonate...

Soweit erstmal,
mazenoire

P.S.: Ich bitte inständig jeden einzelnen Leser dieses Textes, einen Kommentar zu hinterlassen. Ihr müsst euch nicht mal outen, wer ihr seid, wenn ihr nicht wollt - es wäre einfach nur schön zu wissen, wie klein oder groß mein Publikum eigentlich ist.

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W
Es ist schön mal wieder was von dir zu lesen :) Lebenszeichen der besonderen Art quasi :)
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F
gelesen.
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D
immer.
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K
Es ist bei mir einfach eine Mischung aus "von der Seele schreiben" und mehreren Freunde offiziell aber doch passiv mitteilen, was bei mir gerade so geht.<br /> Weil es keiner lesen muss. Und wenn es doch jemand ließt und mir dann sogar eine Rückmeldung gibt, freue ich mich doppelt, weil es zeigt, dass sich jemand wirklich für mich und mein Problem<br /> interessiert. (So selten das auch vorkommt.)
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F
still checking up on you sometimes ;)
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