der oktober ist mit abstand der überbewertetste, nutzloseste monat des jahres.
ist es nicht so? der januar ist zum silvesterrauschausschlafen da, zum schneegenießen und heißen-kakao-trinken. im februar ist meistens fasching. der märz lässt uns immer wieder die wunder des frühlings spüren, wenn die ersten schneeglöckchen aus dem boden sprießen. im april räumt man irgendwann seine wintersachen in den schrank und sieht sich nach t-shirts und kurzen hosen um. im mai beginnt die freibad- und festivalsaison. der juni leitet den sommer ein und juli und august haben allein deswegen schon existenzberechtigung, weil sie eben sommermonate sind. im september ist es zeit, dem sommer auf wiedersehen zu sagen, der sich dann meistens aber auch gebührend und freundlich verabschiedet. den november braucht man, um sich auf den dezember zu freuen. und im dezember ist die weihnachtsstimmung das allesschlagende argument.
und der oktober?
er ist unnütz. da hat nicht mal jemand wichtiges geburtstag. (okay, farin urlaub hat geburtstag, aber geburtstage sind eh überbewertet!)
oktober ist der monat, in dem man meistens das erste mal merkt, dass es vorbei ist mit dem sommer. der monat, in dem man vor dem rausgehen ängstlich handschuhe und schal zusammen sucht. indem man schnell die winterjacken zum schneider bringt, um zuglöcher zu stopfen.
im oktober verflucht man das grausam ehrliche thermometer, das zwischen fünf und elf grad celsius herumschwirrt. man schaut um halb sieben abends aus dem fenster und stellt fest, dass man kaum noch drei meter weit blicken kann, ehe alles um einen herum in der dunkelheit verschwindet. man hört das schnattern der wildgänse und wenn man hoch in den himmel guckt, sieht man sie davon ziehen, in den süden, ins warme.
der oktober ist der monat, in dem man auf den straßen die miesepetrigsten gesichter sieht. zwischen mütze und schal, fast bis an die nase gewickelt, schauen grimmige augen stur auf die straße. die tropfenden nasen der erkältung werden störrisch hochgezogen (sehr appetitlich übrigens), die hände sind tief in den manteltaschen vergraben und man geht, nein, rennt schon fast gen seinem ziel, ohne auf die menschen um einen herum zu achten.
und trotz dieser schlagenden argumente gegen ihn: der oktober kommt immer wieder. jedes jahr.
mit dampfendem tee in den zitternden händen...
mazenoire.