Heute war ein Sommertag, den ich in Frankfurt verbrachte, und ich bemerkte, dass Kleinigkeiten einem zeigen, dass es Weltschmerz zwar hin und wieder erlaubt ist, jedoch im Allgemeinen wenig Sinn macht.
Denn ist ist schön, wenn eine junge Frau auf eine U-Bahn zurennt, während sich die Türen schließen, und ein Mann, der aussieht wie ein potenzieller Straftäter, grade noch rechtzeitig seinen Fuß in die Tür quetscht, um sie aufzuhalten.
Und wenn zwei dreizehn- bis fünfzehnjährige Mädels ihre Taschen gemeinsam nach Kleingeld durchsuchen, um einem Bettler am Straßenrand etwas zu geben, ohne dass dieser auch nur einen Mucks von sich gegeben hat.
Und wenn eine Frau, die völlig abwesend Musik hört, auf einmal so aufmerksam ist, dem Mann, der die Hände mit Koffern und Reisetaschen voll hat, den Tür-auf-Knopf an der Bahn zu drücken, als dieser aussteigen will.
Und wenn man am Bahnsteig einen in voller Montur bekleideten Polizisten stehen sieht, der verliebt lächelnd eine SMS in sein Handy tippt.
Und wenn man beim Aussteigen sieht, wie ein alter Mann seine Frau am Bahnhof abholt, und die beiden sich so sehr freuen sich wiederzusehen wie ein Hund sein Herrchen.