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G to the Eneration

Ich bin - auch unter meinen Freunden - nicht gerade als ein großer Liebhaber meiner Generation bekannt. Schon der Begriff "Generation" ist mir für viele Problemstellungen einfach zu schwammig, weil er Personengruppen schnell zu eng oder weit umfasst. Was - oder vielmehr: wer - ist meine Generation, zu welcher Generation gehöre ich? Zu den Menschen zwischen 20 und 30, den "Twens", zu den Studenten, die grade hier und da mehr oder weniger mühsam auf einen universitären Abschluss hinarbeiten? Alle Menschen in meinem Alter, also jene mit meinem Geburtsjahr? Lässt sich eine "Generation" am Alter oder Geburtsjahr messen? Hm, ich weiß nicht. Jedenfalls: Ich vermute, gemeint sind die freiheitsliebenden Individualisten im Alter zwischen 16 und 30. Die Kinder derer, die innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre in Rente gehen werden. Aber hier und heute breche ich mal eine Lanze für die jungen Menschen da draußen, die die Gegenwart so viel schlechter machen, als die Vergangenheit war.

Was wird über uns nicht alles geschimpft! "Generation Facebook" nennen sie uns, "Generation IPhone" oder "Generation LOL", Hauptsache ein böses Unwort wird hinter den Begriff "Generation" gepackt, und schwupps, schon haben wir sie hinreichend genau beschrieben, die Jugend mit ihrer Laissez-faire-Einstellung, die die Gesellschaft zwar theoretisch revolutionieren wollen, aber praktisch zu faul und unfähig dafür sind.
Was habe ich schon Artikel und Berichte in Rundfunk und Medien gehört und gelesen, in denen sich beschwert wurde über Verwendung von SMS-Abkürzungen wie "WZTWD" oder "LuAuKi" (und hier appelliere ich an alle Leser meines Blogs! Wer SOFORT und ohne nachzuschlagen weiß, was diese Abkürzungen bedeuten, der möge mir doch bitte einen Kommentar hinterlassen!), die unsere Sprache in ihrer Vielfalt und Faszination derart zurückschneidet, dass es schon fast sträflich ist. Der Kulturpessimismus verurteilt die Jugendlichen für ihre frenetische Geschwindigkeit, mit der sie SMS auf ihren IPhones tippen, für ihr Interesse fürs "twittern" oder "facebooken". Sie seien der deutschen Sprache schon bald nicht mehr mächtig, es finde eine unaufhaltsame Volksverdummung statt, und überhaupt, früher war ja alles besser.

Wie mir die Tränen kommen vor Mitleid, dass die Überintellektuellen unseres Landes sämtliche Zuversicht in ihre potentiellen Nachfolger verloren haben. Wie ärgerlich, dass fast jedem Kind in der vierten Klasse die strahlende Zukunft als berühmter Theaterkritiker durch die Schenkung eines IPhones vernichtet wird. Hierüber kann man sich selbstverständlich streiten, die Sinnhaftigkeit eines IPhone-Besitzes für Kinder sei mal dahingestellt. Aber ernsthaft: Morgens, wenn ich in der Bahn zur Uni sitze, Musik höre oder Bücher lese (Bücher, das sind so gebundene Dinger aus Papier, da stehen Wörter drin, ganz viele, und zusammengesetzt ergeben die eine Geschichte.), sind es in der Tat die Business-Kerle um mich herum, die ihre E-Books und IPhones auspacken, die mit ihren Blackberrys und IPads herumwedeln und eine furchtbar wichtige SMS nach der anderen schreiben. Die erwachsenen Männer mit Anzug und Krawatte, die aussehen, als hätten sie zu Hause einen Geldpool wie Dagobert Duck - sie sind der Großteil derer, die IPhones in der Hand haben. Geschäftsmänner ohne IPhone - oder zumindest Smartphone - sind in der absoluten Unterzahl. Die, die so aussehen, als würden sie ihrem kleinen Engelchen, wenn es sagt: "Papa, kaufst du mir ein IPad? Oder ein Pferd?", antworten: "Aber natürlich Marie-Eleonore, du sollst dein IPad und dein Pferd bekommen."

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