... ist doch im grunde lächerlich, oder?
ich bin nicht der typ, der aufgibt. ich versuche es meist immer weiter. im positiven wie im negativen. man könnte auch sagen: ich kann nicht loslassen. oder: ich bin perfektionistin. ich hudel selten etwas hin. (einzige ausnahmen spielen französischaufsätze über eine seite über den gebrauch von handys unter einem alter von zwölf.)
aber jetzt stehe ich vor einer entscheidung, die mir wirklich zu schaffen macht. ich weiß nicht, was ich tun soll.
variante eins: aufgeben.
variante zwei: sich quälen und zeit vergeuden.
es geht um meinen sport. vor bald zweieinhalb jahren habe ich damit angefangen. ich habe es geliebt, zweimal die woche ins training zu fahren. ich habe die kleinen erfolge geliebt, das lob, das ich manchmal bekam, die menschen und das gemeinschaftsgefühl, das gefühl, erschöpft nach hause zu fahren, das gefühl, ein hobby zu haben, das seinem leben schwung, kraft, selbstbewusstsein gibt und ein zufriedenes gewissen. kurz, der sport war mir wichtig. dieser verein war mir wichtig. fußball war ein teil meines lebens.
aber dann kam das ende der saison 07/08, und ich als sechzehn-, bald siebzehnjährige musste von der u16 hoch zu der damenmannschaft wechseln. von der kleinen, netten mannschaft, wo ich mich mit allen verstanden hatte, wo wir eine einheit gebildet hatten, mussten ich und noch vier andere mädchen in eine neue mannschaft. zu einem neuen trainer. zwar trainieren uns zwei trainer, der neue und ein alter, weil wir jetzt so viele sind (und das hasse ich). der alte trainer, der mich schon in der u16 trainiert hatte, ist auch sehr nett und ein guter trainer. aber der neue ist ein absolutes dreckschwein. ich habe noch nie so sehr einen menschen wegen seiner motivation gehasst wie ihn.
das neue training ist schrecklich. der übermotivierte mistkerl will leistung sehen. es gibt keine ausnahmen. entweder man ist gut, oder man ist schlecht. "kommt, mädels! kommt!" hier ein sprint, da ein spurt, egal, ob einige schon total außer atem sind oder nicht. egal, ob manche nicht mehr mithalten. es steht nicht mehr der spaß an erster stelle. sondern die leistung und deren resultate.
der andere trainer, der nette, kommt gegen die motivation vom dreckschwein gar nicht an. wenn dreckschwein sagt "match die letzten zwanzig minuten!", dann wird die letzten zwanzig minuten ein match gemacht. die guten gegen die schlechten. gnadenlos. und wenn man selber, neu in der mannschaft, nicht talentiert, längst noch nicht so eine bombenkondition, nervös und relativ wenig spielpraxis, da auf dem platz steht, von den vielen menschen überfordet, vom trainer im stich gelassen und keine wirklich guten freunde um einen herum, dann macht es keinen spaß mehr. nicht im geringsten.
ich hab mich jetzt sehr lange hier ausgeheult. einer der längsten blogartikel überhaupt, glaube ich. aber ich weiß nicht, wie lange ich das noch kann. früher habe ich nie ein training ausfallen lassen. heute gehe ich nur noch selten hin, vielleicht alle zwei wochen mal. und dann auch nur, weil mein gewissen mich sonst aufessen würde. aber mir lag doch so viel daran. und ich vermisse das kicken. das alte zumindest. die alten leute. ich kann nicht einfach mit dem fußball abschließen.
aber mich jeden mittwoch und freitag entweder wegen der frage und der ausreden oder während des trainings quälen, will auch auch nicht.
soll ich aufgeben...?
ratlos, eure
mazenoire
p.s.: das tat gut. ich glaube, dazu werde ich bald mehr schreiben. ich freu mich über antworten und ratschläge.
p.p.s.: ich vergaß zu erwähnen: auch als nicht-amerikanerin freue ich mich sehr über den wahlsieg von barack o. :) die siegesrede war toll. "yes we can", and i really hope you can. good luck.