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Leichen auf dem Weg...

Ich lasse Leichen auf meinem Weg zurück.
So hat meine Mutter das ausgedrückt.

Momentan fühlt sich nichts für mich so schlimm an wie das Gefühl, Menschen, an denen mir wirklich viel liegt, zu verletzen und zu enttäuschen. Und scheinbar ist das in letzter Zeit mein Sport. oder mein freizeitfüllendes Hobby oder so.
Alles richtig machen zu wollen erfordert ein gewisses Maß an Ehrlichkeit. Aber dann macht man auch schon wieder etwas falsch. Denn wer will schon die Wahrheit hören? Die Wahrheit ist nicht, was man hören will, man will ein "Ja", bekommt aber ein ehrliches "Nein" und ist dann wütend oder traurig oder enttäuscht über eine ehrliche Antwort. Vielleicht auch nur zeitweilig - aber man ist trotzdem wütend und wendet sich infolgedessen vom ehrlichen Antwortgeber ab.
Und die Person, die die ehrliche Antwort gegeben hat? Die fragt sich, warum sie ehrlich war und damit so viele Leichen auf ihrem Weg zurücklässt. Obwohl sie es doch eigentlich richtig machen wollte und alles tun wollte um zu verhindern, dass sich die liebgewonnenen Menschen von ihr abwenden.
Glückwunsch Ehrlichkeit, alle wollen dich haben, aber ansehen will dich trotzdem niemand.

Einzig drei Sachen haben heute dafür gesorgt, dass ich über die Leichen hinweg nach vorne schauen konnte. Das Gefühl eine wirklich gute Mathearbeit geschrieben zu haben (ein Gefühl, dass ich so übrigens zum ersten Mal empfinde), eine gesunde Portion Erinnerung daran, dass nach Regen irgendwann wieder die Sonne scheint und eine E-Mail, die so voller Wärme steckte, dass ich mir nach dem Lesen die Jacke ausziehen und fast ein bisschen heulen musste.


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T
<br /> "[...]aber man ist trotzdem wütend und wendet sich infolgedessen vom ehrlichen Antwortgeber ab."<br /> <br /> Nicht unbedingt, musste ich feststellen. In kenne inzwischen zwei, die das nicht gemacht haben. Warum auch immer. Das tut ihnen auch nicht immer gut. Aber sie wenden sich jedanfalls nicht ab, weder<br /> A von B noch B von A.<br /> Deine These stimmt also nicht immer.<br /> Und die Person, die ehrlich war, beraut das bisher auch nicht. Wofür ich sie manchmal hasse.<br /> <br /> <br />
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T
<br /> Ipsi nihil addendo est.<br /> <br /> <br />
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F
<br /> Die Ehrlichkeit in diesen Dingen wird oft nicht gern gesehen. Meist ist sie dem "Nein-Sorry" Kandidat zu wieder. Aber dennoch ist sie im Grunde ein Endpunkt und neuer Anfang zu gleich. Sie beendet<br /> die Ungewissheit und beginnt die Verarbeitung. Dies zu erkennen ist eine Kunst und ist nicht immer leicht. Klare Verhältnisse nutzen beiden Parteien. Der liebende weiß woran er ist und kann sich<br /> mit seinem scheitern außeinandersetzen. Das Suchen und Erkenenn des "kleinen Zeichen" des Gegenüber wird von der Wucht der "nein" Ausage erdrückt und abgepresst. Der Ehrlicht ist kann sich seines<br /> eigenen Verhaltens sicherer sein. Kein Überlegen, ob man dem anderen "ein Zeichen" gibt. - eine Last fällt ab.<br /> Leichen auf dem Weg... es sind doch keine Leichen.. tot ist auf Erden endgültig. In den Dingen der liebe sollte man es eher wie die Buddisten sehen, eine Wiedergeburt ist möglich. - deine Leichen<br /> stehen schon wieder auf !<br /> <br /> - sei weiterhin ehrlich - Candor in hoc aevo res intermortua paene. (Ovid, Epistulae ex Ponto 2,5,3)<br /> <br /> your dearest flowershooter<br /> <br /> <br />
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M
<br /> <br /> Und damit gewinnst du den Award für den schönsten Kommentar des Jahres. Danke. :) Nachdem ich den gelesen hatte, hatte ich einen guten Start in den Tag. Bis heute Abend!<br /> <br /> <br /> <br />