Sie lernten sich am 10. Dezember 2009 kennen.
Zunächst war sie sich nicht sicher, was sie von ihm halten sollte. Sie hatte eigentlich keine Lust, sich auf etwas festzulegen, vor allem nicht, weil es so eine große Anstrengung bedeutete und mit viel Arbeit, Hingabe und, das wusste sie schon an diesem Tag, Verzweiflung und Angst verbunden war, vor allem, da dieses Gebiet völlig neu für sie war.
Doch beim Gedanken, was passieren würde, wenn sie nicht die Chance ergriff ihn näher kennen zu lernen und sich besser mit ihm zu beschäftigen, bekam sie nur noch mehr Angst und so beschlossen sie schließlich, es miteinander zu versuchen.
Nachdem sie sich die halbe Nacht näher mit ihm befasst hatte und ihn dann auch etwas besser einschätzen konnte, beschloss sie, die Gelegenheit zu nutzen und am 11. Dezember machte sie ihre Entscheidung für ihn öffentlich. Die allgemeine Resonanz war schon zu Beginn sehr positiv, was ihr weiterhin das Gefühl gab, sich richtig entschieden zu haben.
Doch schon nach einer Woche traten die ersten Probleme auf. Eine solche Verbindung einzugehen erfordert natürlich Aufmerksamkeit und Aufopferung, und sie merkte, dass sie es wahrscheinlich nicht schaffen würde, alleine glücklich mit ihm zu werden. Sie sah sich nicht in der Lage, seine Ansprüche zu erfüllen. Natürlich holte sie sich Rat bei anderen Leuten, doch das anfangs noch so positive Gefühl war weg und langsam begann sie nicht mehr zu verstehen, worin sie die Vorteile dieser Beziehung gesehen hatte und was sie so gereizt hatte, diese einzugehen.
Ein paar Wochen lang versuchte sie es allein. Sie kämpfte um ihn. Mit verschiedenen Methoden und ebenso verschieden positiven Resultaten. Manchmal verdrängte sie ihr Problem tagelang, sodass sie sich oftmals länger nicht sahen, was dann jedoch bei einem Wiedersehen häufig relativiert wurde. Doch manchmal saßen sie sich auch einfach nur stumm gegenüber, mehrere Stunden lang, ohne sich gegenseitig etwas zu sagen. Ein Teil des Zaubers war schon hier verflogen.
Irgendwann Anfang Januar merkte sie dann, dass es so nicht weitergehen konnte. Sie holte sich noch einmal Hilfe, die sie wieder etwas motivierte und ihr das Gefühl gab, dass sie es schaffen könnten, und fortan sahen sie sich jeden Tag. Nicht sehr lange, aber genug, dass sie miteinander lebten und nicht aneinander vorbei. Dieses Pensum tat ihnen beiden sehr gut. Sie wurde seinen Ansprüchen gerecht, sodass er zufrieden war und sie hatte das gute Gefühl, etwas für die Beziehung zu tun.
Trotz den allmählich häufiger werdenden positiven gemeinsamen Erlebnissen gab es zwischendrin auch immer wieder ein paar Tiefpunkte. Manchmal trennten sie sich Abends im Streit, manchmal verstand er sie nicht und häufig verstand sie ihn nicht. Doch sie versuchten es jeden Tag aufs neue miteinander.
Diese Versuche sollten sich lohnen: Nach einiger Zeit, Mitte Januar 2010 in etwa, eines Abends, kam die stille Übereinstimmung der Beiden. Ganz plötzlich war der Damm gebrochen und es war, als würden sie sich nochmal neu kennenlernen. Die Zuneigung zueinander wurde tiefer und plötzlich verstanden sie sich gegenseitig, ohne dem anderen etwas zu sagen. Plötzlich war sie wieder glücklich mit ihrer Entscheidung. Fortan waren die beiden unzertrennlich; mindestens zweimal am Tag sahen sie sich. Dennoch - ein kleiner Zweifel blieb.
Und dann kam der 21. Januar 2010. Hand in Hand spazierte das junge Glück zu dem Ort, an dem sie sich einst kennengelernt hatten. Während des Spaziergangs dachte sie über das nach, was sie mit ihm erlebt hatte: All die Verzweiflung, die sie verspürt hatte, wenn die der Erfolg ihrer Bemühungen ausblieb, die Stunden, in denen sie Magenschmerzen hatte, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte, das Herzblut und die Mühe, die sie in die Beziehung gesteckt hatte... Und sie stellte fest, dass sie so etwas nicht mehr haben wollte. Und das sagte sie ihm. Sie machte ihm und auch sich klar, dass dieser Spaziergang die letzte gemeinsame Tat der beiden sein würde. Sollte der zukünftige Alltag auch leer ohne ihn sein - es würde ihr besser gehen als mit dem Stress, den sie sich seinetwegen gemacht hatte.
Sie war extrem nervös, als sie all dies sagte. Sie hatte Angst, obwohl sie es im Kopf mehrmals durchgegangen war. Alles, was sie für ihn getan hatte, sagte und zeigte sie nun, und es klang wie auswenig gelernt. Ein wenig atemlos vielleicht. Doch nachdem sie alles gesagt hatte, spürte sie auch, dass sie es hinter sich hatte - ein für alle mal. Und darüber war sie froh.
Er nahm es gut auf, sogar sehr gut. Besser, als sie befürchtet hatte, vielleicht auch schlechter, als sie es sich erträumt hatte, doch es war vorbei und das war das einzig Wichtige. Und auch auf diese Entscheidung bekam sie sehr positive Resonanz. Und alles in allem, dachte sie zum Schluss, als sie allein nach Hause ging, bereute sie nichts.
Von nun an gehen mazenoire und das Sortieralgorithmusreferat getrennte Wege.
ROMANTISCH, NICHT?!
Und ja, der Clown heut morgen hat geschmeckt.
Müde,
mazenoire