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1. Juni 2010 2 01 /06 /Juni /2010 22:43

Es ist Juni.

Erstaunlicherweise wird mir der Lauf der Zeit immer dann besonders deutlich, wenn ich in der Schule automatisch das Datum in die rechte obere Ecke meiner Arbeitsblätter schreibe. Ich sitze da, schreibe das Datum hin und denke mir plötzlich, während ich es noch einmal betrachte: Krass. Es ist schon wieder Juni.

 

Wie kann es passieren, dass man so viele Tage durchlebt, ohne irgendwas davon mitzunehmen, wenn es nicht grade irgendwas außergewöhnliches war? Sind Menschen derart routinierte Maschinen, dass sie ganze Tage im Nachhinein vergessen, weil sie "normal" waren? Und - was ist schon normal...?

 

Wieso kommt einem der Lauf der Zeit schneller vor, wenn man älter wird? Wieso vergehen Tage so schnell, als werden sie vom Wind weggeweht? Wieso hab ich als Kind knapp zwei Monate bis zum Geburtstag für eine unerträglich lange Zeit gehalten und kann nun nicht glauben, dass ich schon so bald wieder ein Jahr älter werde? Wieso hab ich noch in der zehnten Klasse nie daran gedacht, dass ich wirklich bald Abitur mache und nun erinnert mich alles jeden Tag daran, dass dieses eine Jahr schneller vorbei sein wird, als es mir lieb ist? Wieso hab ich mir früher einmal Gedanken darüber gemacht, wie ich die Tage zwischen Oster- und Sommerferien füllen soll ohne wahnsinnig zu werden, weil es so eine Durststrecke ist, während ich nun gar nicht weiß, wo ich alles unterbringen kann, was ich in den verbleibenden vier Schulwochen noch alles tun muss oder will? Wieso denkt man als jüngerer Mensch nie darüber nach, was eigentlich Zukunft ist? Wieso kommt man so plötzlich dahinter, dass das bisherige Leben, wie man es so vor sich hin lebte, bereits in einem Jahr so nie wieder existieren wird, alles schlagartig anders wird und man völlig auf sich gestellt ist in der Entscheidung, was man nach der Schule tun wird? Wieso hat man sich vorher nie Gedanken darüber gemacht, ob man in zwei Jahren noch einen genauso guten Kontakt zu der Person haben wird, mit der man grade Spaß hat? Wieso hatte man früher niemals Angst davor, Menschen zu verlieren, aus dem schlichten Grund, dass man eben älter wird? Wieso sieht man die Zeit rasen, wenn man andere beobachtet? Wieso merkt man, wie viel Zeit vergangen ist, wenn man kleine Kinder auf einmal groß sind, wenn man sie nach einiger Zeit wieder sieht? Wieso bemerkt man dies nicht an sich selbst - daran, dass man selber groß wird? Und wieso wird man überhaupt groß..?

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