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14. Oktober 2009 3 14 /10 /Oktober /2009 17:18
der oktober ist mit abstand der überbewertetste, nutzloseste monat des jahres.

ist es nicht so? der januar ist zum silvesterrauschausschlafen da, zum schneegenießen und heißen-kakao-trinken. im februar ist meistens fasching. der märz lässt uns immer wieder die wunder des frühlings spüren, wenn die ersten schneeglöckchen aus dem boden sprießen. im april räumt man irgendwann seine wintersachen in den schrank und sieht sich nach t-shirts und kurzen hosen um. im mai beginnt die freibad- und festivalsaison. der juni leitet den sommer ein und juli und august haben allein deswegen schon existenzberechtigung, weil sie eben sommermonate sind. im september ist es zeit, dem sommer auf wiedersehen zu sagen, der sich dann meistens aber auch gebührend und freundlich verabschiedet. den november braucht man, um sich auf den dezember zu freuen. und im dezember ist die weihnachtsstimmung das allesschlagende argument.

und der oktober?

er ist unnütz. da hat nicht mal jemand wichtiges geburtstag. (okay, farin urlaub hat geburtstag, aber geburtstage sind eh überbewertet!)
oktober ist der monat, in dem man meistens das erste mal merkt, dass es vorbei ist mit dem sommer. der monat, in dem man vor dem rausgehen ängstlich handschuhe und schal zusammen sucht. indem man schnell die winterjacken zum schneider bringt, um zuglöcher zu stopfen.
im oktober verflucht man das grausam ehrliche thermometer, das zwischen fünf und elf grad celsius herumschwirrt. man schaut um halb sieben abends aus dem fenster und stellt fest, dass man kaum noch drei meter weit blicken kann, ehe alles um einen herum in der dunkelheit verschwindet. man hört das schnattern der wildgänse und wenn man hoch in den himmel guckt, sieht man sie davon ziehen, in den süden, ins warme.
der oktober ist der monat, in dem man auf den straßen die miesepetrigsten gesichter sieht. zwischen mütze und schal, fast bis an die nase gewickelt, schauen grimmige augen stur auf die straße. die tropfenden nasen der erkältung werden störrisch hochgezogen (sehr appetitlich übrigens), die hände sind tief in den manteltaschen vergraben und man geht, nein, rennt schon fast gen seinem ziel, ohne auf die menschen um einen herum zu achten.

und trotz dieser schlagenden argumente gegen ihn: der oktober kommt immer wieder. jedes jahr.



mit dampfendem tee in den zitternden händen...

mazenoire.

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Kommentare

flowershooter 10/26/2009 19:03


Ich weiss nicht ob du diesen Kommentar noch liest... ist ja auch schon ein älter Beitrag. Aber dennoch wollte ich es dir nicht vorenthalten :

raureif

rotwangig
am kahlen holz
einen wimpernschlag
getrennt
fröstelst du
im späten tau
spielst
mit dem herbstlicht
wartest
auf den hauch
der dich der erde
näher bringt
- Karin Rohner


Fancy 10/17/2009 23:40


ha. du drückst meine gedanken perfekt aus. brrrr. obwohl ich finde, dass man die wintermonate komplett auslassen könnte. ich war nämlich bei 1 grad wandern. -.-


Miss Cidney 10/16/2009 14:20


Du hast recht, Oktober ist eigentlich ueberbewertet, wenn ich deine Argumente so lese. Dennoch muss ich sagen, hier, am quasi anderen Ende der Welt ist der Oktober echt schoen. Die Blaetter an den
Baeumen haben die tollsten Farben, und stell dir vor, heute schneit es sogar!
Es ist echt verrueckt hier.
Ich vermiss dich


der schatten 10/15/2009 00:18


im oktober werden die blätter bunt und manchmal lässt die sonne sich zu einem streich hervorkitzeln um uns die letzten warmen tage zu schenken.
der oktober verändert alles. jedes jahr. schau dir alleine mal heute mein zimmer an. vor zwei tagen sah das noch komplett anders aus. und im oktober scheint man manchmal mit alten dingen
abzuschließen um neue anzufangen.
der oktober gibt dir ein wenig zeit fernab von der schule um dich ein wenig neu zu strukturieren alles zu überdenken... neu anzufangen...
ja, es wird kalt, dafür ist bald weihnachten. ich fang mich nämlich schon jetzt an auf weihnachten zu freuen. :)

in weihnachtlicher vorfreude.
der schatten


Endlager