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4. Dezember 2010 6 04 /12 /Dezember /2010 19:15

Super Erfindung dieses Ding, vor allem, wenn man nur mal ganz schnell in den real hüpfen will um eine einzige Sache zu holen, weil man grade da in der Nähe war und es eilig hat weiterzukommen.

Wirklich, klasse Sache, so eine Schnellkasse. Geschätzte hundertdreißig weitere Kassen sind geöffnet, die Schlange an der Schnellkasse ist am längsten. Egal, man stellt sich an, wird ja schnell gehen, man hat ja selber bloß eine Sache in der Hand, die anderen Kunden doch bestimmt auch...

Oder auch nicht. Das große Schild "Schnellkasse. Bitte maximal 8 Artikel" ist entweder nicht groß genug (obwohl es die Ausmaße einer Matratze hat) oder hängt dort, um sich im freien Interpretieren zu üben. Die aktuelle Kundin legt zehn Waren aufs Band. Ich würde ihr am liebsten "Mh, zehn ist ja ganz nah an neun und neun ist ja eigentlich fast acht" auf die Stirn stempeln.
Was sagte ich? Sie "legt" zehn Waren aufs Band? Verzeihung. Sie PLATZIERT sie. Sie nimmt sie liebevoll aus dem Wagen, sieht sie sich eine Weile an, sortiert die Waren dann nach dem Alphabet geordnet aufs Band, misst genau den Abstand zwischen jeden einzelnen Artikel ab (genau fünfeinhalb Zentimeter) und legt die Warentrenner EXAKT parallel vor und hinter ihren Einkauf.

Der Kassierer findet die Waren mindestens genauso wunderschön wie seine Kundin, er nimmt Artikel 1 gaaaanz vorsichtig vom Band, wiegt ihn in den Händen, streichelt ihn, liebkost ihn, lächelt ihn an, verabschiedet sich von ihm, scannt ihn ein, strahlt ihn noch einmal an und schiebt ihn dann bedacht und sanft weiter Richtung Kundinneneinkaufstüte.

Dann nimmt er Artikel 2 gaaaanz vorsichtig vom Band, wiegt ihn in den Händen, streichelt ihn, liebkost ihn, lächelt ihn an, verabschiedet sich von ihm, scannt ihn ein, strahlt ihn noch einmal an und schiebt ihn dann bedacht und sanft weiter Richtung Kundinneneinkaufstüte. Dann nimmt er Artikel 3 gaaaanz vorsichtig vom Band, wiegt ihn in den Händen, streichelt ihn, liebkost ihn, lächelt ihn an, verabschiedet sich von ihm, scannt ihn ein, strahlt ihn noch einmal an und schiebt ihn dann bedacht und sanft weiter Richtung Kundinneneinkaufstüte.

Schließlich nennt er seiner Kundin den Preis, die öffnet ihre Handtasche und beginnt bedächtig in den Untiefen ihres Transportbeutels zu suchen. Verzeihung. Sagte ich Handtasche? Verzeihung. Ich meine natürlich Tragesack in Weihnachtsmannausmaß. Ganz unten auf dem Grund findet sie dann irgendwann auch ihr Portmonee. Das ist aber auch eine Überraschung, dass man an der Kasse ZAHLEN muss, damit KONNTE man ja auch nicht rechnen und sein Geld vorher suchen, nein sowas!
Und so ein Ärger, dass diese hundsgemeinen Zehn- und Zwanzig-Cent-Stücke so gleich aussehen! Nahezu ununterscheidbar! Da muss man natürlich erstmal sein gesamtes Inneres der Geldbörse auf der Plastikablage der Kasse entleeren, um zu sortieren, was jetzt ein Zehner und was ein Zwanziger ist. Und dabei noch darauf achten, dass kein ausländisches Geldstück dabei ist, weil, der kleine Timo von nebenan, der sammelt doch die Münzen die aus einem anderen Land kommen, und da kann man dem lieben kleinen Timo von nebenan doch das Zehn-Cent-Stück mit der merkwürdigen Prägung schenken, sehen Sie mal, aus welchem Land kommt der wohl, mh, vielleicht Österreich, ach nein, Moment, ich glaube den österreichischen Zehner hat der kleine Timo von nebenan ja schon, dann können Sie ihn doch nehmen.

Und dann - ein Hoch auf die Schwerkraft! - verteilt sich das Rückgeld zwischen den Kunden in der Warteschlange der "Schnellkasse", in der sich - zumindest manche davon - bereits auf eine kalte Nacht mit Bluthochdruck im real eingestellt hatten.


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Kommentare

whatsername 12/04/2010 20:56


ach ja, wer kennt das nicht...aber mal ganz ehrlich, an jeder anderen kasse siehts genauso aus...wie mans macht, macht mans falsch und erwischt grunsätzlich die längste schlange...:P
hast du wieder zu lange mit dem FU geschäkert? die art der beschreibung erinnert mich schwer an ihn ;)


Endlager