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8. November 2009 7 08 /11 /November /2009 12:07
So. Jetzt sag ich mal einige Sachen, die mich schon lange nerven.

Erstens und vielleicht sogar Wichtigstens. WER hat das Recht zu denken, er/sie würde mich besser kennen als ich mich kenne? Ich kenne mich ziemlich gut und weiß daher ganz genau, wann ich wo und weswegen schlechte oder gute Laune hatte oder warum ich sie grade habe!
Ich brauche niemanden, der so mistige Kommentare ablässt wie "Du hattest letzte Woche so schlechte Laune" oder "Schon wieder mies drauf?" oder "Als du gestern noch gegrinst hast, hast du mir besser gefallen" oder was auch immer! Nur weil mein Gegenüber gute Laune hat, muss ich die nicht auch haben.
Gibt es auf dieser Welt denn tatsächlich Menschen, die glauben, ich sei lieber schlecht gelaunt sind als gut?! NATÜRLICH habe ich lieber gute Laune und Lachen macht mir auch mehr Spaß als Genervtsein. ABER WENN ES SO IST, KANN (und meistens: will) ICH ES AUCH NICHT ÄNDERN!
Und man stelle sich vor: Es gibt sogar Gründe dafür! Ja! Tatsächlich! Gründe! Weil ich grade einfach jede Woche mindestens eine Arbeit schreibe, mir in zig verschieden Fächern den Stoff in den Kopf prügeln muss, mein Bett keine Nacht ordentlichen Schlaf zulässt, ich mindestens achtzig Leuten vor den Kopf stoße wenn ich mich nicht innerhalb zwei Stunden bei ihnen melde und nebenbei auch noch ein Mensch bin, der eben viel nachdenkt über die Dinge, die eben zur Zeit in meinem Leben stattfinden.
Übrigens: So ein beschissenes "Lach doch mal" bringt keinen zum Lachen. Also spart euch das.

Zweitens. Drei Dinge fehlen der allgemeinen Menschheit: HIRN (braucht man manchmal um über Dinge nachzudenken, die einem erzählt werden; braucht man außerdem um diese Dinge dann auch zu verstehen und um sie dann auch noch umzusetzen), SELBSTLOSIGKEIT (braucht man dringend um manchmal etwas weniger Egoist und Arschloch zu sein und Kritik entgegennehmen zu können) und TAKTGEFÜHL (braucht man sehr sehr dringend, wenn man während seinem Egotrip nicht alle möglichen Menschen verletzen oder in ihrem Selbstwertgefühl noch weiter niedertrampeln will, ob absichtlich oder nicht sei mal dahingestellt).

Drittens. Wieso haben eigentlich einige Menschen das Gefühl, dass es cool ist oder dass sie besonders witzig oder geistreich sind, wenn sie über außenstehende Personen herziehen? Wenn ich eine Person nicht mag, dann gehe ich entweder zu ihr und sag ihr dass sie mich nervt, oder ich ignoriere sie, oder aber, wenn ich unbedingt über sie reden will, gehe ich zu einer dritten Person und ziehe abseits von dem Betroffenen über ihn her. So, dass es NICHT alle oder gar Betreffender selbst mitbekommen.
Warum? Weil es schlicht und einfach nicht sein muss! Ich muss mich doch nicht im großen Kreis über eine Person lustig machen, egal ob die jetzt dabei ist oder nicht, es ist doch völlig unnötig! Man zieht über Eigenschaften oder Verhaltensweisen her, anstatt diese mal sachlich zu kritisieren, obwohl man selber genau so lächerliche und dumme Züge hat, über die man genauso lachen und meckern könnte.
Aber so weit denken Menschen ja gar nicht.
Die reißen lieber irgendwelche rassistischen Witze, weil, is ja lustig das der schwarz is, haha.
Solange man selber die Lacher auf seiner Seite hat. Vollidioten.

Ich glaube, ich habe jetzt ziemlich übel kritisiert. Schade um meine ganzen Sympathiepunkte, die ich durch diesen Eintrag verspielt habe.
Eine rummeckernde, pessimistische Weltverachterin, eine ziellose Zynikerin, eine ständig unzufriedene Rastlose, eine unentspannte Egoistin mit erstem Blick auf ihre eigenen Empfindungen.
Mir doch wurscht!
Ich sage nicht, dass ich die menschgewordene Repräsentation von einem weiten Horizont, Cleverness, selbstloser Aufopferung und taktvollem Menschengespür bin. Ich spreche mit diesem Artikel auch Dinge an, die mich an mir selbst nerven. Aber wenigstens denke ich grade jetzt in dem Moment darüber nach, wie ich Menschen wehgetan habe.
Ich weiß, dass ich keine angenehme Zeitgenossin bin, wenn ich schlechte Laune habe. Und dass, egal was mein Umfeld tut, es nie besser wird. Ich habe schlechte Laune und will nichts um mich herum sehen oder hören, was es ändern könnte. Ich stecke die Leute um mich rum an mit meinem Null-Bock-Gesicht und meiner ablehnenden, verschlossenen Haltung. Da will auch keiner mehr auf mich zu kommen.
Ich bin natürlich hobbymäßig so.
Ich weiß auch nicht, was da hilft, außer meine Einstellung zu manchen Dingen nochmal zu überdenken. Wahrscheinlich brauche ich genau das Mittelmaß an Aufmerksamkeit: Keine Ablehnung, keine Zuneigung. Ich weiß es doch auch nicht.
Aber ein "Du hast ja schon wieder so schlechte Laune" oder "Lach doch mal" wird mir bestimmt nicht meinen Alltag erhellen.

So. Einmal über die Menschheit im Allgemeinen und über ein paar Menschen im Speziellen ausgekotzt. Nehmt's mir nicht übel.
Ich weiß nicht, ob ich das richtige Mittelmaß zwischen Selbstkritik und Kritik am Umfeld getroffen habe und ob die leisen Spuren der persönlichen Abreaktion, die ich durch diesen Artikel versucht habe zu erreichen, ihren Weg zum Leser finden werden.

mazenoire

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Kommentare

flowershooter 11/09/2009 15:20


... sie haben post. !


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