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11. August 2011 4 11 /08 /August /2011 15:51

Update für den Post von Ende Juli.

Meine Haare sind ab.

Gut, nicht ab. Aber schon fast 20 Zentimeter. Vorher hüftlang, reichen sie jetzt bis Mitte Schulterblatt. Und ja, der Titel passt nicht hundertprozentig. Ich bin ja schließlich auch kein komplett rundum erneuerter Mensch.

Aber meine Haare waren gleichzeitig meine Visitenkarte und mein Schutzschild.

Was ich am häufigsten als Kompliment bekam war in etwa sowas wie "Wow, deine Haare! Du hast so tolle, lange Haare!" oder "Oah, sind deine Haare lang geworden!" Wer hört sowas nicht gerne? Man hat mich teilweise über meine Haare identifiziert - ich kann mich erinnern, wie mal jemand sagte "Ich musste dich nicht lange suchen, deine Haare sind ja lang genug um dich von weitem zu erkennen" oder so - und ich kann kaum aufzählen, wie viele Leute an meinen Haaren herumgefummelt haben, an einzelnen Strähnen gespielt, darübergestrichen, mir Zöpfchen eingeflochten und Frisuren an mir ausprobiert haben. Viele Leute, bei denen ich das auch sehr angenehm fand.

Doch vor allem hingen meine Haare (auch durch diese oben beschriebene Identifikation) mit meinem Leben in den letzten zwei, drei Jahren zusammen, mit der Zeit, seitdem ich sie einfach wachsen ließ und ab und zu nur ein wenig die Spitzen schneiden ließ. Sie waren Symbol für eine Veränderung in meinem Leben, sie dokumentierten meine Suche auf meinem Weg zu einem neuen Selbstverständnis. Und sie waren gewissermaßen eine Erinnerung an die Menschen, die mir viel bedeuten oder bedeutet haben, die mir sagten, dass sie meine Haare lieben und ich sie nicht abschneiden soll. "Du hast so tolle Haare! Nicht abschneiden."

Aber grade von manchen dieser Menschen und Teilen von dieser Zeit muss ich mich jetzt verabschieden und akzeptieren, dass sie jetzt von der Schublade "Gegenwart" in die Schublade "Vergangenheit" kommen. Und dazu passt es symbolisch, meine Haare abzuschneiden, nicht nur weil sie auch gesünder aussehen jetzt, sondern auch, weil ich ich voll der krasse Rebell bin und nicht auf die Leute gehört habe, die gesagt haben, dass ich meine Haare nciht abschneiden soll weil sie so toll sind, und die jetzt keine Rolle mehr in meinen Leben zu spielen haben.

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