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21. Juni 2011 2 21 /06 /Juni /2011 20:42

Es ist der längste Tag des Jahres. Und ich? Ich stehe rum und habe Gedankensalat der feinen Sorte, ich habe sogar das Gefühl, er ist nicht nur EHEC-, sondern vor allem PANIK-verseucht.

Das, was mich momentan am Meisten beschäftigt, ist die unauffindbare Antwort auf die Frage, wieso man immer das am Dringensten will, was man nicht kriegen kann. Ich wollte einmal etwas unbedingt - beziehungsweise jemanden - und fand den Gedanken ziemlich unfair, dass ich das wohl nie bekommen würde. Bis zu dem Tag, an dem mir plötzlich klar wurde, dass mein Zielobjekt mich ebenso sehr wollte wie umgekehrt. Und schwupps, habe ich alles in Frage gestellt, gekuscht und losgelassen. Und seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht frage, wie es gewesen wäre und was passiert wäre, wenn ich mir selber damals mehr Zeit gegeben hätte, wenn ich es versucht hätte, wenn ich nicht kaputtgemacht hätte, was sich endlich nach langer Zeit ergeben hat. Und nun, da das Verhältnis zwischen dem Ex-Zielobjekt und mir nur noch kühl bis distanziert ist und es sich mit anderen so viel besser versteht, fühle ich mich schlecht und eifersüchtig und überhaupt tut mir alles schrecklich leid. Ich weiß nicht mal was ich vermisse, den Mensch an sich oder das, was hätte aus uns beiden werden können. Und wenn es nun wieder eine Chance gäbe - was würde ich fühlen? Würde ich dann wieder - überfordert mit den Möglichkeiten, die sich auf einmal bieten und damit, dass ich plötzlich doch haben kann, was ich will - Nein sagen und gehen? Würde der Kreislauf so weitergehen? Die Geschichte sich wiederholen?

Wenn ich immer haben will, was ich grade nicht erreichen kann, dann ist die große Frage, wie ich nun mein Leben gestalten soll, ohne wahnsinnig zu werden. Mit meinem Abischnitt von 1,5 kann es sehr knapp werden mit dem Psychologie-Studium. Aber ich will ja eh sehr gerne Lehrerin werden. Nur: Wenn es jetzt doch klappt, mit dem Psychologie-Studium, was mach ich dann? Dann kann ich nämlich plötzlich haben, was ich total gerne wollte, aber ich wette, dass es mir dann nicht mehr so interessant und großartig vorkommt und ich irgendwo in mir bereue, dass ich doch nicht meinen "Traum" erfüllt und Lehramt studiert habe. Aber umgekehrt wird es genauso sein.

Und wenn es doch Lehramt wird - auf welche Fächer? Deutsch steht fest, aber was soll das zweite werden? Hier stehe ich vor dem Problem, mich zwischen Mathematik und Geschichte zu entscheiden. Was soll ich machen? Mathe? Weil ich die Kombination aus Mathe und Deutsch total geil finde? Weil ich in den letzten Jahren total gerne Mathe gemacht habe? Weil ich in Mathe im Abi 15 Punkte geschrieben habe? Weil ich gerne dafür gelernt habe und mich richtig reingekniet hab? Soll ich in Kauf nehmen, dass die Wahrscheinlichkeit, dieses Studium nicht zu schaffen oder abzubrechen, sehr hoch ist, weil es verdammt schwer und einfach nur hart ist? Werde ich damit leben können, dass ich vielleicht an den Punkt komme, an dem ich aufgeben muss?
Und Geschichte... Wie soll ich damit zufrieden sein, wenn ich das nur mache, weil ich mir Mathe nicht zugetraut habe? Wie soll ich Geschichte immer noch interessant und toll finden, wenn ich im Hinterkopf habe, dass ich Mathe nicht mal versucht habe?

Ein Mädchen aus meinem Jahrgang hat mir in der Nacht, in der wir den Abischerz an unserer Schule vorbereitet haben, einen an sich wirklich tollen Rat gegeben. Sie sagte, sie sei immer eher ein Mensch, der seine Entscheidungen von dem Gefühl abhängig macht, das im Moment der Entscheidung vorherrschend ist, und selbst, wenn Mathe nicht das richtige für mich ist, sagte sie, sei es kein Aufgeben, sondern ein Erkennen, und auch das ist ein Schritt dazu, sich besser kennenzulernen, ein Schritt in die richtige Richtung, etwas, aus dem man lernt. Aber ich weiß nicht, ob sie so ist wie ich. Sie ist mutig. Und sie ist gerne impulsiv. Ich bin vorsichtig. Und ängstlich. Ich sicher mich gerne ab.

Aber wie auch immer, ich sehe sie ohnehin nie wieder. Wie so viele Menschen. Sie, ihn, sie, sie und sie... Er wird mir irgendwie auch fehlen und vor allem die beiden! Und was, wenn der Kontakt zu den Menschen nciht hält, von denen ich es mir wünsche? Und am schlimmsten ist es, dass ich mich von den Meisten, die mir in den letzten Jahren wichtig geworden sind, nicht verabschieden konnte. Hier zeigt sich wieder mein zwanghaftes Verlangen, Erinnerungen und Gewohnheiten festzuhalten. Morgen bin ich das allerletzte Mal in der Schule, um die übrigen Abibücher zu verkaufen... Und dann? Werde ich das Gebäude dann jemals wieder betreten ohne mich dabie fremd zu fühlen? Werde ich mich jemals wieder in der Schule niederlassen können, ohne das Gefühl, fehl am Platz zu sein? Wie schlecht es sich anfühlt, sich nicht richtig an einem Ort zu fühlen, wo man sich noch vor wenigen Wochen aufgehoben und zugehörig gefühlt hat. Das betrifft nicht nur die Schule. Das betrifft auch meine Clique. Mein Zuhause. Mich selbst.

Ich zweifel an allem. An meiner Zukunft. An meinem Freundeskreis. Und an mir selbst. Ich will weg. Und von null beginnen.

Wieso bin ich ein zweifelnder Mensch? Obwohl ich so gerne anders wäre?

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Kommentare

Tinuviel 06/28/2011 19:34


ich will weg, einfach von null beginnen. aber es geht nicht, drum muss ich versuchen das beste draus zu mache auch wenn es mir schwer fällt. aber du schaffst das auch, weil ich dich kenne, weil ich
weiß, wie stark du sein kannst. mach dir nicht so viele gedanken über die zukunft, gib einfach dein bestes und nimm die chancen an, die das leben dir gibt. ich persönlich hab für mich rausgefunden,
dass es nichts bringt sich zu viele gedanken zu machen (auch wenn ich das immer noch tue), vieles kann man eh nicht ändern und man sollte mit dem arbeiten was sich ergibt. ich bin immer für dich
da.


flowershooter 06/26/2011 12:05


Hey Schnecke,
Ich wusste das es dich nicht ohne Strudel gibt. Aber vertrau mir es wird alles gut , so wie alles gut wurde. Nicht alle träume verwirklichen sich , aber sonst wären es ja auch keine Träume. Sei
stark-.
Ich freue dich mich recht bald wieder zusehen.
Ach und ich hoffe du hast mir, wie versprochen, ein Abibuch zurück gelegt.

Bis bald , dein Blumenschiesser !


Endlager