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22. April 2010 4 22 /04 /April /2010 12:25

Zumeist liegen gefühlte Welten zwischen diesen beiden Empfindungen. Aber glaubt mir, mann kann auch trotz eines Erfolges enttäuscht sein oder durch eine große Enttäuschung einen Erfolg verbuchen.

Als Beispiel will ich erzählen, was aktuell so bei mir los ist. Und das ist schon wirklich eine Menge.

Gestern hab ich meine Deutscharbeit geschrieben. War ziemlich anstrengend, nach den drei Stunden konnte ich in PoWi auch nicht mehr aufpassen. Naja, jetzt muss ich noch am Montag Bio schreiben und dann hab ich alle Klausuren hinter mir und muss nur noch ein Referat halten. Endlich. Es kommt mir vor, als würden mich die Arbeiten in der Schule überall hin verfolgen, wo ich hingehe, und egal was ich mache, im Hinterkopf habe ich meistens den Gedanken "Eigentlich müsste ich ja noch dieses und jenes lernen und die Hausaufgaben für das und das machen..." Ich hoffe, dass das jetzt aufhört. Die Wochen ohne Klausuren werde ich brauchen, um mich auf die kommenen Abschlussklausuren der 12. Klasse zu konzentrieren und zu vergessen, was ich mit den ersten Arbeiten angestellt habe. Hier haben wir die Enttäuschung: Mathe war ganz schön schlecht. Dafür, dass ich das eigentlich alles konnte, richtig viel gelernt habe und das alles gut verstehe (also für meine sonst miserablen Matheverständnisse), hab ich wirklich eine schlechte Note geschrieben. Da hilft es mir auch nicht, dass mein Mathelehrer mich mit den Worten "Hey, war aber immerhin die fünftbeste Arbeit!" aufzuheitern versuchte. Mal ehrlich, was ist das denn für eine Hilfe? War sicher nett gemeint Mister Surviver, aber in meinem Zeugnis steht später ja auch nicht "Joa, in Mathe hat Frau B. nur 3 Punkte, aber sie hat immer klasse Zeichnungen in ihr Heft gemalt und ist damit immer noch die fünftbeste im Kurs".

Und auch wenn das wirklich wirklich schade ist: Das hat mich gestern unglaublich traurig gemacht und ich konnte mich nicht darüber freuen, dass ich trotz allem 13 Punkte mündlich in Mathe bekommen habe, was ich in den sieben Jahren auf meiner Schule noch nie hatte, und obendrauf noch 14 Punkte schriftlich UND mündlich in Informatik (ich weiß, dass das nerdig ist!).

Weiterhin liegen Erfolg und Enttäuschung in einem weiteren, in meinem Leben ganz neuen Feld sehr nah beisammen: Im Fitnessstudio. Ich habe es vermisst, Sport zu machen und war mir sicher, dass es meiner Psyche und meinem Körper guttut, zweimal die Woche trainieren zu gehen, wo ich jetzt nicht mehr ins Fußball kann. Aber das war erstmal der totale Antierfolg, eine richtige Enttäuschung. Dahin zu gehen ist richtig teuer, ich habe schwerstes Bauchweh, wenn ich an meinen Kontoauszug denke. Aber was noch viel schlimmer ist: Hingehen, trainieren, heimgehen, duschen beansprucht immer locker mal zweieinhalb bis drei Stunden. Und die kann ich im Moment einfach nicht viermal die Woche, wie mir mein übermotivierter Trainer empfohlen hat, aufbringen. Dreimal wird schon sehr knapp. Aber viermal?! Das hat mich vielleicht unter Druck gesetzt. Und vor allem, weil der komplettrasierte Playa (JA! Komplettrasiert. Also auch Arme, Beine, Hände, Brust... Ist nicht sehr mjammi, wenn ihr mich fragt.) mir außerdem gesagt hat, ich solle 8 Kilo abnehmen, ab 18:00 Uhr keine Kohlenhydrate mehr essen (ähm?!) und pro Woche nur noch zwei Stückchen Schokolade (äääähm?!). Und das beste, was er gesagt hat: "Ja, wenn du das alles machst, kannst du es schaffen, ein Kilo in einem Monat abzunehmen. Ey, aber, wenn du meine Freundin wärst, ich würde zu dir sagen, Babe, bleib so wie du bist, du siehst perfekt aus!" 

Wüäh. Wie gut, dass ich Welten davon entfernt bin, sein "Babe" zu sein...

Ich geh trotzdem nur hin, wenn ich Lust darauf habe und Zeit habe. Zweimal die Woche schon. Aber ich lass mir von dem Typen sicher nicht sagen, wie oft und wie lange ich zu trainieren und wann ich was zu essen habe. Dann ist es nämlich viel schöner, wenn man nach 45 Minuten Ausdauertraining auf diesem hässlichen Cadiogerät sieht, dass man über 400 Kalorien verbrannt hat und sogar noch mehr, als man es das Training davor geschafft hat. Ein Erfolg in der Enttäuschung.

Ich hoffe, dass es sich jetzt alles etwas entspannt. Die letzten Tage waren schon anstrengend. Ich bin fast immer abends zwischen zehn und elf eingeschlafen, total fertig und mit Bauchweh. Und gestern hab ich meiner armen Mama das T-Shirt nassgeheult, weil ich mir so leidtat. :( Zur Entschuldigung hab ich ihr dann aber auch einen Nachtisch gemacht.

Alles wird gut...

 

mazenoire

 

P.S.: Drei Dinge sind mir aufgefallen in letzter Zeit: Erstens, ALLES blüht und ist bunt. Zweitens, ich entschuldige mich viel zu oft. Ich sage viel zu häufig ernstgemeint "Tut mir leid" oder "Entschuldige bitte", auch wenn ich nichts für den Umstand kann. Sagt das was über mich aus? Mir wurde zugetragen, das mal zu überdenken und einzuschränken. Und drittens: Es gibt, ohne Witz, wahnsinnig viele dunkelblaue Opel Astra da draußen. Ich sehe dauernd welche. Allein auf dem Heimweg von der Schule gestern sieben Stück.

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Kommentare

Tinuviel 04/22/2010 13:39


my dear,
mir wird auch immer gesagt, dass ich mich zuviel und vor allem unnötig entschuldige. Ich mache es aber trotzdem, weil ich so bin und ich es sowie so nicht abstellen kann. Lieber einmal zuviel als
einmal zu wenig.


Endlager