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31. Dezember 2015 4 31 /12 /Dezember /2015 13:11

Alle Jahre wieder:

Wie ist dein vorherrschendes Gefühl für 2016? Tatendrang. Dinge müssen getan und erreicht werden.
Was hast du 2015 zum ersten Mal getan? Eine feste Beziehung eingegangen, nach Taizé gefahren...
Was hast du 2015 nach langer Zeit mal wieder getan? Am Meer gewesen, wenn auch nur für ca. 3 Stunden und obwohl es zu kalt war, wirklich schwimmen zu gehen, war ich wenigstens im Wasser. Und, um auch was negatives zu nennen: Auf Beerdigungen gewesen, das erste Mal seit ca. 12 Jahren, und dafür gleich auf vier Stück dieses Jahr.
Was hast du 2015 leider gar nicht getan? Mein Studium beendet... So'n Mist.
Wort des Jahres: Eher Phrase: „No respect für den“.
Stadt des Jahres: Hm, so eine richtig tolle Stadt habe ich dieses Jahr eigentlich gar nicht besucht...
Alkoholexzesse? Kein einziger... Und darüber bin ich nicht mal im entferntesten traurig.
Davon gekotzt? Gar nicht.
Haare länger oder kürzer? Länger
Mehr ausgegeben oder weniger? Weniger für so Sachen, die man sich gönnt. Sehr viel aber für Lebenskosten, Auto und vor allem Klavierunterricht.
Krankenhausbesuche? Kam vor.
Verliebt? ... :)
Getränk des Jahres? Paloma Pink Grapefruit Lemonade!
Essen des Jahres? Da nehme ich die Burger, die der Captain und ich uns selber gemacht haben.
Die schönste Zeit habe ich verbracht mit... Captain Zauselbart.
Die meiste Zeit habe ich verbracht mit... Dem Captain.
Song des Jahres: Mach dir nichts vor - F.R.
CD des Jahres: Läuft bei euch - Wise Guys.
Konzert des Jahres: Mal wieder die Wise Guys, das macht einfach immer Spaß, aber ich war auch bei Farin Urlaub und das war auch sehr nice.
Buch des Jahres: "Theologie interkulturell" von John D'Arcy May, weil ich das in kürzester Zeit so durchpowern musste, aber es ziemlich gut gepackt habe. Viel mehr als Unibücher hab ich auch gar nicht gelesen.
Film des Jahres: Star Wars VII. Und ich habe "Argo" geschaut, der hat mich ziemlich begeistert.
TV-Serie des Jahres: Homeland (das muss ich dem Captain zuliebe hier nennen :D) und mal wieder: Scrubs.
Erkenntnis des Jahres: Es ist nicht leicht, bedingungslos zu vertrauen, und man ist sich selber der größte Feind.
Das schönste Geschenk, das ich jemanden gemacht habe: Materiell gesehen vielleicht die Zeichnung für meine Mama oder das Bild für die Mama vom Captain, aber ansonsten alles, was ich dem Captain geschenkt habe.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat: Ich habe mich eigentlich über alles gefreut, was mir im Laufe des Jahres an materiellen und immateriellen Dingen geschenkt wurde.
Schönster Satz, den jemand zu mir gesagt hat: „...Weil du meine große Liebe bist.“
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können: Mein Praktikum, weil ich fünf Wochen lang den maximalen Stress und Abfuck hatte. Meine emotionale Schwäche, die sich mir immer wieder in den Weg stellt und mich dauernd herausfordert. Und alles, was auf der Kinderfreizeit schief lief, inklusive Eifersüchteleien, vorschnellen Urteilen, angeknacksten Freundschaften und vielen Kotzereien von Kindern.
Was war die beste Idee/Entscheidung des Jahres? Mich zu überwinden, mich voll und ganz auf Captain Zauselbart einzulassen.
Was war die schlechteste Entscheidung des Jahres? Mir von der Uni so dermaßen den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen.
Schlimmstes Ereignis für dich: Die stressige Phase im Spätsommer.
Bestes Ereignis für dich: Der Miniurlaub mit dem Captain und als meine Schwester aus den USA wieder kam!
Drei Ereignisse im weltlichen Geschehen, die dir im Kopf hängengeblieben sind: Anschläge in Paris, herbeigeführter Absturz der Germanwings-Maschine, Flüchtlingsdebatte.
2015 war mit einem Wort: Mal so, mal so.

Guten Rutsch und frohes neues Jahr!

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Published by mazenoire
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25. Mai 2015 1 25 /05 /Mai /2015 23:32

Ja, where have I been?

Kurz gesagt: Bei ihm. Ich bin am Wochenende bei ihm. Fast ununterbrochen und fast ausnahmslos. Mindestens eine Nacht bin ich auch unter der Woche bei ihm, eigentlich gibt es inzwischen maximal einen Tag pro Woche, an dem wir uns nicht sehen.
Ich habe eine entscheidende Sache gelernt in den letzten vier Monaten: Die Prioritäten im Leben eines Menschen verschieben sich deutlich, wenn sie sich ernsthaft verlieben und sich vollständig auf einen anderen Menschen einlassen wollen. Ich gebe ehrlich zu, ich habe viele dieser Pärchen nicht verstanden, die ihr ganzes Leben nach ihrem Partner ausrichten, die sich durch ihn verändern, die permanent an ihm kleben oder so tun, als käme man ohne ihn keinen Meter weit. Und nun? Nun kann ich es verstehen.
Ich habe den Fehler gemacht, Leuten etwas vorzuwerfen, was ich nicht beurteilen konnte. Ich hatte nie eine ernsthafte Beziehung. Nun habe ich eine und kann beurteilen, wie schwer es ist, nach einem wunderbaren, langen Wochenende auf einmal wieder alleine zuhause zu sitzen und die Nacht alleine im eigenen Bett zu schlafen, wie komisch es ist, aufzuwachen und neben sich nicht die Wärme der Person zu spüren, deren Gegenwart gleichzeitig Heimat und Freiheit ist. Ich kann nun verstehen, wie man plötzlich Dinge gerne tut, die einem vorher egal waren, weil es Spaß macht, sie mit der Person zu machen. Ich weiß jetzt, dass es sehr schwer sein kann, eine Person nicht permanent zu berühren oder anzuschauen, die neben einem sitzt und die bei ganz normalen Tätigkeiten - wie essen oder etwas lesen - in den eigenen Augen fehlerlos schön aussieht.
Vielleicht habe ich in meinem langen Warten auf den Richtigen irgendwann aus den Augen verloren, realistisch über Liebe und Liebende nachzudenken. Vielleicht dachte ich, dass sie kein so starkes Gefühl sein kann, dass sie so verrückte Dinge mit einem macht - vielleicht habe ich auch gar nicht damit gerechnet, dass mir es doch noch irgendwann passiert, dass ich jemanden wirklich will - und dieser Jemand auch mich, und dass es dann auch noch passt.

Doch: Ich will ihn. Und er will mich. Er will mich so aufrichtig, so ehrlich. Er will mich haben wie ich bin, auch er hat auf die Richtige gewartet und beschlossen, sie in mir gefunden zu haben. Und es passt. Es passt so gut, dass es manchmal schon fast unheimlich ist. Man sagt ja manchmal, Gegensätze ziehen sich an - doch ich glaube, dass es bei uns die Ähnlichkeit ist, die uns zu so einem guten Paar macht. Das wir über alles reden, über alles lachen können, egal in welcher Situation, dass wir sagen was der andere denkt, dass sich unsere Blicke treffen, wenn wir über den selben Kommentar die Augen verdrehen, dass unser Hobby uns verbindet, dass wir stundenlang Auto fahren können und uns dabei ohne Fragen zu stellen einig über die Musik sind, dass es nie Schwierigkeiten gibt, gemeinsam Essen zu gehen oder einen Film anzuschauen, dass wir an anderen Menschen die gleichen Eigenschaften schätzen und ablehnen, dass wir die Stimmung des anderen lesen können, als wäre es die eigene.

Ich hätte lange Zeit nicht gedacht, dass es klappt mit uns, und ich konnte es auch einige Zeit nachdem es endlich geklappt hatte nicht glauben. Er und ich? Nach all den Monaten, die wir uns schon geschrieben haben und es nichts wurde? Und nach all den Jahren, die wir uns schon kennen und es keine Anzeichen gab? Nein. Doch seit ich es glaube, wird es mit jedem gemeinsamen Tag realer. Und es wird jeden Tag intensiver. Und ich lerne jeden Tag mehr dazu, was es bedeutet, eine Beziehung zu haben und was es heißt, für jemanden so stark zu fühlen. Ich lerne die Seiten kennen, die einfach nur unglaublich schön sind: Sich so geborgen bei ihm zu fühlen, sich von ihm festhalten zu lassen, wenn man schlecht geträumt hat, gesagt zu bekommen, wie schön man ist, wenn man grade völlig zerzaust von draußen aus dem Regen ins Zimmer kommt, von ihm gebraucht zu werden und ihm stundenlang über den Kopf zu streicheln, während er in meinem Schoß liegt, wenn ihn etwas bedrückt, von ihm zum Lachen gebracht zu werden, wenn man eigentlich grade überhaupt nicht in der Stimmung ist, Kleinigkeiten, die einem zeigen, wie aufmerksam er ist bei allem was man tut und sagt, diese Freude zu verspüren, wenn man sieht, dass er sich über etwas freut. Und ich lerne auch die Sachen, die nicht so leicht sind, kennen: Das manche Dinge Zeit brauchen, um sich zu entwickeln, die daraus resutierende Ungeduld, wie schwer es manchmal ist, über seinen Schatten zu springen, wenn man weiß, dass man manche Sachen besprechen sollte anstatt beleidigt zu sein oder etwas mit sich herumzuschleppen, der Schmerz, wenn man sieht, dass es ihm schlecht geht oder er schlechte Laune hat und die Resignation, wenn man das Gefühl hat, man kommt in so einem Moment nicht an ihn heran und kann ihn mit nichts aufheitern, der Zwiespalt, nachts heulend einerseits nichts lieber zu wollen als von ihm getröstet zu werden und ihn andererseits nicht wecken zu können, die Überwindung, nach Hause zu gehen und zu akzeptieren, dass das Wochenende auch mal vorbei ist und der Alltag ruft, Schwäche zuzulassen, an sich zu arbeiten, umzugehen mit Schuldgefühlen, wenn man das Gefühl hat, ihm gegenüber nicht fair oder zickig gewesen zu sein, mit einer Verlustangst zu leben, die man vorher so noch nie empfunden hat.
Ich habe so viele neue Erfahrungen gemacht und eine Menge über mich gelernt. Vor mir haben sich gleichermaßen so viele wunderbare Dinge wie seelische Abgründe aufgetan. Ich habe ihm gesagt, an welchen Fronten ich kämpfen muss. Doch er ist ohne zu zögern an meiner Seite in die Schlacht gezogen. Was für ein Wort bescheibt das Gefühl am besten, was ich dafür für ihn empfinde...?

Ich werde Zeit brauchen, all diese Dinge zu bearbeiten, mich an die Situation zu gewöhnen, mich auf alles Neue einzulassen, zu akzeptieren, wo ich früher falsch lag in meinen Urteilen und wie ich mich verändere. Ich denke, man braucht Zeit, um zu üben, wie Beziehung geht und wie man liebt und geliebt wird. Doch ich lerne, mich fallen zu lassen - und ich falle sanft, sanfter und sanfter von Tag zu Tag.

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30. Dezember 2014 2 30 /12 /Dezember /2014 12:30

 

Wie ist dein vorherrschendes Gefühl für 2015? Schauen wir mal…
Was hast du 2014 zum ersten Mal getan? Begonnen Klavierunterricht zu nehmen – endlich!
Was hast du 2014 nach langer Zeit mal wieder getan? Fällt mir grade nichts ein...
Was hast du 2014 leider gar nicht getan? Fällt mir auch nichts ein, außer im Meer geschwommen, aber dafür hab ich andere tolle Sachen gemacht und bin in Amerika in einem Stausee mit Blick auf die Rocky Mountains schwimmen gewesen, das ist auch nicht schlecht.
Wort des Jahres: „Uhlala“
Stadt des Jahres: Stellvertretend für meinen USA-Trip: Denver
Alkoholexzesse? Haben sehr abgenommen. Waren echt nicht viele...
Davon gekotzt? Gar nicht.
Haare länger oder kürzer? Länger
Mehr ausgegeben oder weniger? Schon ziemlich viel, aber alle Ausgaben haben sich gelohnt.
Krankenhausbesuche? Ein paar...
Verliebt? Jop...  
Getränk des Jahres? Schwarzer Tee mit Milch!
Essen des Jahres? Der Burger mit den Fries und Onion rings in Centennial mit meiner Schwester, am Abend bevor ich wieder heimgeflogen bin.
Die schönste Zeit habe ich verbracht mit... Meiner Schwester in Amerika.
Die meiste Zeit habe ich verbracht mit... Mir selbst.
Song des Jahres: This Is Letting Go – Rise Against. Allein schon für die unfassbare Zahl der Wiedergaben in meinem iTunes...
CD des Jahres: Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es das Farin Urlaub Album ist, aber leider ist es das nicht, ich habe definitiv bessere gehört, und deswegen sag ich gar keins.
Konzert des Jahres: Wise Guys, auf viel mehr Konzerten war ich auch nicht. Oh, ich war noch bei Within Temptation! Das war auch gut.
Buch des Jahres: „Die Kunst, allein zu reisen“ von Katrin Zita.
Film des Jahres: Da muss ich drei nennen: "Wie der Wind sich hebt", „Rapunzel“ und „Wish I was here“
TV-Serie des Jahres: Parks and Recreation
Erkenntnis des Jahres: Familie ist relativ.
Das schönste Geschenk, das ich jemanden gemacht habe: Vermutlich meiner Schwester, dass ich sie besucht habe oder meinem Opa die Zeit, die ich mit ihm verbracht hab... Materiell vielleicht das Weihnachtsgeschenk der Taekwondogruppe für meinen Trainer (ist zwar nicht nur von mir, aber ich hab's mitorganisiert)
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat: Von meiner Schwester: Der Roadtrip, den wir zusammen gemacht haben, als ich da war.  
Schönster Satz, den jemand zu mir gesagt hat: „Your smile is a very dangerous weapon you know.“
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können: 1.: Die kindischen Reibereien auf der Kinderfreizeit! 2.: Die Sorgen und den Stress wegen der Pflegekräfte für meinen Opa. 3.: Die Phase der penetranten, unruhigen Verwirrung zwischen September und Dezember! Das hat alles einfach so unglaublich genervt...
Was war die beste Idee/Entscheidung des Jahres? 1. Meine Schwester in Amerika zu besuchen, 2. In Amerika ein Taekwondo-Training mitzumachen, 3. die Gürtelprüfung für den blauen Gurt doch zu machen, obwohl ich eigentlich nicht sicher war.
Was war die schlechteste Entscheidung des Jahres? Mal wieder mein Herz umsonst zu verschenken – das dumme daran ist, ich hab geahnt dass es nichts wird, und sogar noch besser, es ist schon das zweite Mal beim selben Typen gelandet. Und dann noch nicht mal den Ausstieg aus der Sache hinzubekommen, wenn das Level der Verwirrung schon maximal ist.
Schlimmstes Ereignis für dich: Krankheit vom Opa und als meine Schwester in die USA geflogen ist.
Bestes Ereignis für dich: Als Deutschland Fußballweltmeister wurde!
Drei Ereignisse im weltlichen Geschehen, die dir im Kopf hängengeblieben sind: Gewinn der Fußballweltmeisterschaft, Verschwinden der Malaysia Airlines Maschine, Tod von Robin Williams.
2014 war mit einem Wort: Durchwachsen.

 

Guten Rutsch und erfolgreiches neues Jahr für euch!

 

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25. Oktober 2014 6 25 /10 /Oktober /2014 12:29

Ich weiß immer nicht, ob ich es lieben oder hassen soll, wenn ich ein Lied höre, und der Songtext mir sozusagen aus der Seele spricht. Das sind zwar meistens genau die Lieder, die man am meisten liebt, aber irgendwie ist es auch ein bisschen verstörend, wie ein Lied sich so gut in das einfügen kann, was man fühlt. Vor allem, wenn der Text einen so widerspiegelt, weil man traurig ist und einen etwas bedrückt. Es gibt auch Lieder, deren Text ein positives Lebensgefühl perfekt auf den Punkt bringt, aber das sind dann Songs, die eher eine Hymne für den Moment werden - bei traurigen Liedern wird man nur noch trauriger, wenn man sie in der entsprechenden Situation hört. Und trotzdem hört man sie dann erst recht, immer wieder.
Das beste Beispiel ist, wenn ich morgens um sieben im Bus sitze und in die Uni fahre. Ich bin dann schon seit einer Stunde wach und unendlich müde, in 99% der Fälle ist mir auch noch kalt und ich schaue aus dem mit Regentropfen überzogenen Fenster nach draußen in die Dunkelheit und denke daran, warum ich traurig bin. Und mein iPod sorgt für den Soundtrack der Szene, die ein Hollywoodregisseur nicht besser in sein kitschiges Drehbuch verfrachten könnte.

Worüber habe ich nachgedacht in den letzten Wochen und Monaten? Es ist interessant, wie immer ein Thema in meinem Leben fast die ganze Aufmerksamkeit beansprucht und mein Denken in die Hand nimmt, und oft auch mein Handeln. Nach meinem Urlaub in San Francisco letztes Jahr war es monatelang der Mann, den ich dort kennengelernt habe, meine Gedanken waren starr darauf ausgerichtet und fast alle Facetten meines Lebens haben irgendwie einen Rückschluss auf ihn zugelassen. Irgendwann wurde er dann langsam aus dem Fokus gerückt. Da ist meine Schwester in ihr Auslandsjahr aufgebrochen, dann kam die Krankheit meines Großvaters, dann die Krise in meiner Familie, dann das Kinderfreizeitproblem. Jedes Mal war mein Geist komplett eingenommen von dem, was anlag. Nie nur ein bisschen drüber grübeln, nein. Direkt voll rein in den Gedankensumpf, mit Haut und Haar, Kopfsprung rein, sozusagen. Und dann kam auch schon der Herr F. Und ich hab mich echt lange dagegen gewehrt, den Herrn F. zur zentralen Figur der Gedanken zu machen. Aber er hat echt alles versucht, um sich selber in die begehrte Position zu manövrieren. Er hat mich ja quasi nicht mehr in Ruhe gelassen damit. Er hat es richtig darauf angelegt. Und irgendwann konnte ich mich nicht mehr wehren, und ich habe so angefangen, wie ich immer anfange: Alles, jedes kleinste Detail, zu zerdenken. Den ganzen Tag. Egal, was ich gemacht habe.
Wenn man weiß, was der Herr F. für ein Mensch ist, wundert man sich darüber, dass er so hartnäckig den Kontakt zu mir hält. Und man wundert sich nicht, wenn man dann sieht, dass er mich behandelt wie einen Stein, wenn er mich trifft. Ich dachte, ich - und der Herr F. auch - wären zu alt für so einen Mist wie virtuelle Freundschaft. Wenn man sich hervorragend versteht, wenn man sich Nachrichten schreibt, versteht man sich ja auch eventuell im echten Leben gut - aber scheinbar sieht das der Herr F. anders. Herr F. hat begonnen, mich unfassbar zu verwirren. Meine Verwirrung hat mich nächtelang nicht schlafen lassen, sie hat mich dazu gebracht, mit Menschen über die Situation zu sprechen, mit denen ich nie über solche Sachen gesprochen hätte, einfach um mir Rat zu holen. Meine Verwirrung ist grade die zentrale Frage in meinem Gedankensumpf. Und das soll sich jetzt ändern. Ich habe mein Projekt, mich zu einem starken, selbstständigen Menschen zu entwickeln, der die Dinge anpackt und ändert, die ihn stören, vernachlässigt in letzter Zeit. Wieso habe ich mich in den frühen Morgenstunden im Bus am Fenster zusammengerollt und mir unablässig die Frage gestellt, was in Herrn F.s Kopf vorgeht, anstatt mich zu fragen, was eigentlich in meinem Kopf vorgeht - und ob das nicht vielleicht viel wichtiger ist als das, was in anderen Köpfen vorgeht. What's going on in that beautiful mind? Mein mind ist das beautiful mind, in dem es rauszufinden gilt, was los ist.

 

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23. August 2014 6 23 /08 /August /2014 23:33

Ein Jahr war es am Mittwoch her, dass ich ihn getroffen habe, der, der für mich die Entwicklung symbolisiert, die ich seit unserem Treffen begonnen habe.

Trotz den vielen tausend Kilometern die uns trennen, haben wir noch immer Kontakt, denken noch immer aneinander und nun weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man gleichzeitig jemanden festhält und ihn doch loslässt.

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24. Juni 2014 2 24 /06 /Juni /2014 12:30

Kleiner Fragebogen zur Überbrückung, damit keine Werbung freigeschaltet wird auf dem Blog. Hab ich in einer Freistunde in der Uni zum Zeitvertreib ausgefüllt. Ist viel passiert seit Mai, bald gibt es ein Update. Versprochen!  

Travel anywhere, where would it be? 1. Singapore, 2. Seoul, 3. Beijing, 4. New York and 5. back to San Francisco. I would go there over and over again. I have never been happier.
Meet anyone, who would it be? Either my future husband or my Singaporean idol. (What if they are the same person? :P)
Bring anyone dead back to life, who would it be? Wouldn't do it. Would be very freaky.

Be anyone for a day, who would it be? Someone extremely rich.

Get anything for free for the rest of your life what would it be? Either flights and vacations or living costs, such as rent and gas for the car. I guess I would save so much money that I could pretty much enjoy my life.

Change one thing about your life what would it be? I just change the things I want to change. It would be helpful if I was a little bit more consistent and consequent. But this simply needs to be changed as well.

Have any superpower what would it be? Flying really fast or Healing!

Be any animal for a day which would you be? A seal - chilling in the sun all day, go swimming in the sea and eat lots of fish! Awesome. (Okay, I could let go the fish.)

Date anyone who would it be? My future husband should cross my way already! ;) I guess I'd date some famous people too (that what's the question about I think), if I could think of one right now... I am very much into soccer right now due to the worldcup, so Mats Hummels or Ja-Cheol Koo maybe? (Yup I like Asians!)  

Change one thing about the world what would it be? Rather than changing the world I'd change the mankind's ridiculous love for revenge, war, weapons, might and greed.

Live in any fictional universe which would you choose? Hogwarts!

Eliminate one of your human needs which would you get rid of? Girls of the world, let's unite and shout out loud what sucks most about being a girl once a month!!!

Change one thing about your physical appearance what would it be? I'd either like to be a little slimmer or have a smaller nose, haha!

Change one of your personality traits which would you choose? Consequence as previously mentioned, if at all. I have to work on it if I want to change something.

Be talented at anything instantly what would you choose? Playing the piano and singing.

Forget one event in your life which would you choose? None 'cause they made me become the person I am today and taught me which things I want to change in my life and about myself.

Erase an event from history (make it so it never happened) which would you choose? I wish I could say those events were necessary for the world to learn from then, but in fact the world didn't...

Have any hair/eye/skin color, which would you choose? I'd keep mine.

Be any weight/body type, which would you choose? Fit, not thin, not too muscular.

Live in any country/city, where would you choose? If not in Germany: San Francisco, CA, United States.

Change one law in your country, which would you change? That students are only allowed to make 450€ a month without paying taxes.

Be any height, which would you choose? Like, 5 cm taller, I guess 170 cm is perfect.

Have any job in the world, which would you choose? Blogger for a magazine (outdoor magazines, travel magazines, life hack / psychology advices)

Have anything appear in your pocket right now, what would it be? A lot of money. But a fruit smoothie would be pretty awesome, too.

Have anyone beside you right now, who would it be? My champion from Singapore. Still waiting for this day to come...!

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29. April 2014 2 29 /04 /April /2014 23:07

Vorgestern war in meinem Taekwondo-Verein Gürtelprüfung. Wir haben einen bei uns, der sehr gut ist und großes Talent hat, dabei ist er gerade mal 17. Er hatte bis Sonntagabend den lila Gürtel getragen und wollte in der Prüfung den blauen Gürtel erreichen. Dafür muss man unter anderem mit dem gedrehten Fersenschlag ein Brett durchschlagen. Wir üben das meistens mit Plastikbrettern, aber hin und wieder haben wir auch richtige Bretter zur Vorbereitung im Training, so auch in einem ein paar Wochen vor der Prüfung. Allerdings hat bei dem besagten Training keiner das Brett durchbekommen.
Bei der Prüfung vorgestern war also der junge Mann mit Bruchtest an der Reihe. Der Trainer hat ihn gefragt: "Welches Brett willst du? Wir haben die hier und unten noch das, was du letztens nicht durchgekriegt hast." Und der Prüfling hat ohne zu Zögern gesagt: "Ich nehm das, was ich nicht durchgekriegt habe."

That's the spirit, oder? Er weiß gar nicht, was er mit diesem Satz bei mir bewirkt hat. "Ich nehm das, was ich nicht durchgekriegt habe". Wie aus der Pistole geschossen. Ich nehme das Brett, an dem ich letztens gescheitert bin. Aber diesmal kriege ich es durch. Jetzt erst recht.
Hinter der Aussage steht eine Willensstärke, Motivation und Entschlossenheit, die ihresgleichen sucht. Davon dann sich jeder eine Scheibe abschneiden, denn genau diese Entschlusskraft ist es, mit der man sein Leben leben sollte, mit der man seine Ziele verfolgen und umsetzen sollte. Irgendwas hat nicht geklappt? Dann eben jetzt erst recht. Ich will etwas unbedingt? Dann wird es gemacht, und wenns nicht funktioniert, dann so lange, bis es klappt. Aufgeben? Keine Option. Das Prinzip kann man auch ganz simpel erweitern: Aus seinen Fehlern lernen, damit man es nächstes Mal besser machen kann. Herausforderungen als Proben sehen, an denen man wächst, nicht eingeht. Seine Bestleistung immer wieder verbessern. Better your best. Es ist so einfach, ich wette, wenn man es sich einmal zu Herzen genommen hat und gelernt hat, nach solchen Prinzipien zu denken und zu entscheiden, dann hat man ungleich mehr Lebensqualität im Vergleich zu vorher, allein schon bei der Konfrontation und dem Umgang mit Konflikten.
Wer mit wachsamen Augen und gespitzen Ohren durchs Leben geht, findet sie überall solche kleinen Weisheiten, die so eindrucksvoll und doch einfach zeigen, wie man sein Leben leben kann, damit man zufrieden ist. Denn eigentlich ist es nicht schwer - man muss nur erst einmal dahinter kommen, wie das geht. Ich schaff das auch nicht immer, aber immer öfter. Ich arbeite daran und ich merke immer wieder: Die Arbeit lohnt sich! In dem Buch, was ich gerade lese - eine Wer-Wird-Millionär-Kandidatin nutzt das Geld von Günther Jauch, um ein Jahr um die Welt zu reisen - spricht die Autorin und Reisende ebenfalls von diesem ganz einfachen Prinzip, dass ihr die Welt gelehrt hat: Love it, change it or leave it. Entweder du liebst etwas, so wie es ist, wenn nicht veränderst du es - und wenn das nicht geht, weg damit. Für Mist ist kein Platz und wenn er sich doch mal in den Weg stellt, dann wird sich ihm gestellt und nicht davor weggerannt - wie es der Prüfling gemacht hat. Er hat eigentlich nur nach dem simplen Prinzip gehandelt. Er hat das Brett letztes Mal nicht durchbekommen, jetzt hat er die Möglichkeit, das zu tun. Change it.

Übrigens: Natürlich hat er das Brett mit einem unglaublichen Fersendrehschlag durchgehauen, beim ersten Versuch, genau mittig. Und wenn er es nicht geschafft hätte, weiß ich genau: Bei der nächsten Prüfung hätte er wieder dieses Brett genommen. 

 

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17. April 2014 4 17 /04 /April /2014 10:41

mulan_20091119_aatheory.jpgDas Bild kommt übrigens hier her.

Das ist Mulan. Diejenigen, die die Disneyfilme kennen und lieben, werden sie kennen: Die junge Chinesin, die sich als Soldat verkleidet, um anstelle ihres kranken Vaters in den Krieg zu ziehen und am Ende ganz China rettet. Diese Szene ist eine meiner Lieblingsszenen, nicht nur von diesem Film, sondern überhaupt von allen Filmen, die ich so kenne. Warum?
Mulan hat eigentlich überhaupt keine Lust zu heiraten, doch von den Mädchen ihres Alters wird es erwartet, reich zu heiraten und der Familie Ehre zu bringen, also wird auch Mulan zu einer Heiratsvermittlerin geschickt - vorher wird sie hübsch angezogen, geschminkt und in Schale geworfen. Nachdem der Besuch bei der Heiratsvermittlerin katastrophal schief gelaufen ist, kehrt Mulan beschämt nach Hause zurück, mit dem Gefühl, ihre Familie gnadenlos enttäuscht zu haben und zu nichts nütze zu sein. Sie betritt den Ahnentempel, blickt in den Spiegel und wischt sich die Schminke aus dem Gesicht, die so überhaupt nicht zu ihr passt. "Who is that girl I see, staring straight back at me? Why is my reflection someone I don't know?"

Ich liebe diese Szene nicht nur wegen der schönen Zeichnungen, wegen der bewegenden Musik oder der Asienthemaik. Ich liebe vor allem diesen Augenblick, der zeigt, wie zerrissen Mulan innerlich ist - und wie gut man das nachfühlen kann. Hatte nicht jeder von uns schonmal einen Mulan-Moment, in der er sich gefragt hat: Wer bin ich? Und wer will ich eigentlich sein?

Mulan versucht, die Erwartungen zu erfüllen, die an sie gestellt werden. Sie versucht, den Ansprüchen gerecht zu werden und niemanden zu enttäuschen, den sie liebt - und als sie es doch tut, schämt sie sich und fühlt sich schuldig. Und dabei verbiegt sie sich, fühlt sich unwohl und erkennt sich selber nicht wieder, als sie in den Spiegel blickt. Eine schmerzhafte Kollision ihrer Vorstellung von ihrem Selbst und der ihrer Familie. Ist Mulans Problem nicht ein ganz typisches, in der Gesellschaft verankertes Problem? Ich glaube sogar, dass es auch für viele Leute ein Problem ist, obwohl sie das überhaupt nicht merken.
Wie oft habe ich in der letzten Zeit etwas gemacht, weil es jemand von mir erwartet hat, obwohl ich fand, dass es unnötig ist oder ich es eigentlich nicht wollte? Häufig. Und wie sehr ist meine Persönlichkeit geprägt von dem, was andere erwarten? Ziemlich. Ein Beispiel: Viele Freunde und manchmal auch Freunde von Freunden bitten mich um Gefallen. Warum? "Du bist fürsorglich und hilfsbereit". Danke, das ist nett. Aber wäre ich auch fürsorglich und hilfsbereit, wenn es mir egal wäre, was andere von mir denken, und wenn ich einfach so wäre, wie ich sein will? Weiß ich nicht, denn ich weiß nicht, wie ich gerne wäre, ich weiß nur, wie ich grade bin und was ich daran verändern will.
Und hier kann ich Mulans Schmerz so gut verstehen: Wenn ich mich verändere, damit ich so sein kann, wie ich es gut fände, wem stoße ich damit vor den Kopf? Sicher einigen, denn das würde bedeuten, einige alte Verbindungen loszulassen. Oder ehrlich etwas ins Gesicht zu sagen, obwohl ich weiß, dass der Empfänger es gar nicht gut aufnehmen würde. Oder auch Dinge allein tun, wenn ich das möchte, obwohl ich weiß, dass andere es gerne mit mir teilen würden.
Mulan findet am Ende des Films heraus, dass sie, wenn sie so sein kann, wie sie ist - mutig, schlau und tatkräftig, nicht angepasst - sehr viel bewirken kann und sowohl ihre Familie, als auch der chinesische Kaiserpalast trotzdem stolz auf sie ist.

So zu sein, wie man sein will, erfordert einiges an Mut. Viele Menschen, die ich kenne, haben den Mut dazu nicht. Obwohl sie ihn teilweise gerne hätten, glaube ich. Sie gehen mit der Masse konform und erfüllen Erwartungen - nur nicht ihre eigenen. Und am schlimmsten ist es, wenn sie die Erwartungen anderer irgendwann zu ihren eigenen Erwartungen an sich selbst machen. Das kommt automatisch, vermute ich. Irgendwann ist man mit dem zufrieden, was man tut, obwohl man es früher nicht gewesen wäre. Irgendwann findet man sich gut, so wie man ist, weil die Menschen, die einem wichtig sind, einen so geformt haben und sie einen so mögen. Nur, mag man sich selber eigentlich? 
Ich bin - oder war - viel zu oft so. Doch ich habe gearbeitet. Ich habe viel über Veränderung nachgedacht, viel über mich und über das, was ich mache, über die Menschen, die mir nah sind, und über neue und alte Beziehungen zu anderen Leuten. Und ich habe ein paar Punkte gefunden, die geändert werden sollen. Oder vielmehr: müssen. Ich lebe für mich und nicht für andere. Es mag egoistisch klingen, aber es ist nichts weiter als ein gesunder Grundsatz. Wie kann ich in Krisen Hilfe und ernstgemeinte Ratschläge von Freunden annehmen, wenn sie sich nicht mal selber kennen und helfen können? Ich will so eine Freundin nicht sein, ich will jemand sein, auf deren Ratschläge man sich verlassen kann, weil man weiß: Die hat sich im Griff. Die zieht es durch, wenn es ihr nicht passt. Ich würde ja auch nicht Ausschlag von einem Hautarzt behandeln lassen, der seinen eigenen Hautausschlag nicht behandelt.
Ich beginne langsam, mir die Schminke aus dem Gesicht zu wischen.
Es gibt noch viel zu tun. Aber die Erfolge, dich ich bereits nach kurzer Zeit sehe, machen mir Mut, den Weg weiter zu gehen.

 

 

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17. März 2014 1 17 /03 /März /2014 23:27

Gleich zu Anfang: Ich habe meine Informationen, auf deren Grundlage ich diesen Artikel schreibe, von der Tagesschau-Website und Spiegel online. Mehr nicht. Ich habe weder besonderes Wissen über technische Vorgänge beim Fliegen noch bin ich irgendwie politisch sonderlich bewandert. Ich schreibe einfach nur, was mir - und sicherlich tausenden von Menschen weltweit - bei der Lage der Dinge durch den Kopf geht.

Der Flug der Malaysia Airlines von Kuala Lumpur nach Peking ist vor neun Tagen verschwunden. Verschwunden. Da fängt es schon an.
Wir fliegen Kameraautos auf den Mond und lassen sie da herumfahren, wir leben in einer Zeit, wo der amerikanische Geheimdienst selbst die unwichtigsten Informationen über jeden einzelnen Menschen sammeln könnte, wenn er wollte, wir können Kinofilme in 3D schauen und bemannte U-Boote bis auf 7000 Meter Richtung Meeresgrund schicken. Und trotzdem kann es tatsächlich passieren, dass eine Boeing 777 mit über 200 Passagieren plus Personal an Bord einfach verschwindet. Keine Spur von einem Flugzeug, wir reden nicht von einem Auto, wir reden von einem Flugzeug, einem Verkehrsmittel, was jede Minute seinen Standort an Bodenkontrollen übermittelt. Wie kann sowas passieren?
Statt Tatsachen gab es über die Tage hinweg vor allem eins: Spekulationen über Spekulationen. Ist das Flugzeug explodiert, entführt worden, abgestürzt, von den Piloten absichtlich umgelenkt worden, heimlich gelandet, gab es einen Druckabfall, so dass alle ohnmächtig wurden und es verunglückt ist, ist es eine politische Verschwörung, hält die Regierung von Malaysia Informationen zurück, versuchen die Behörden gar nicht das Flugzeug zu finden, werden die Angehörigen nicht anständig versorgt, haben Aliens das Flugzeug weggebeamt?

Ich frage mich mehrere Dinge, wenn ich mir den Verlauf der Nachrichten, die über dieses Thema veröffentlicht wurden, mal so anschaue:
Zuerst hieß es, das Flugzeug sei abgestürzt - die naheliegendste Theorie, wenn ein Flugzeug vom Radarschirm der Bodenkontrollen verschwindet. Allerdings wurde weder ein Notruf abgesetzt, der auf technische Probleme hinweisen würde, noch waren Wrackteile zu finden, die es bei einem Aufprall eines solchen Fliegers auf die Wasseroberfläche zwingend geben muss. Also wurde das Suchgebiet ausgeweitet, bis es plötzlich hieß: Das Flugzeug ist nicht abgestürzt, es hat weiter über einen flugzeuginternen Sender, das sogenannte ACARS, "Lebenszeichen" an einen Satelliten gefunkt - und es hat seine Richtung geändert und wurde noch über sechs Stunden nach seinem Verschwinden auf einem Militärradar geortet. What the fuck? Wie kann es sein, dass erst TAGE, nachdem die Suche nach Wrackteilen bereits auf Hochtouren läuft, bekannt wird, dass ein anderes Radar den Flieger geortet hat? Wenn ich im Militär wäre und ein kleiner Angestellter, der ab und zu das Radar beobachtet, und ich dann höre, da verschwindet ein bestimmtes Flugzeug plötzlich von den Bildschirmen der Fluglotsen auf dem Boden, komme ich dann nicht auf die Idee, mal auf meinem Bildschirmen nach besagtem Flugzeug zu schauen? Und wenn ich sehe, es fliegt noch schön gemütlich weiter gen Westen, gehe ich dann nicht schleunigst zu dem Chef des Chefs des Chefs meines Chefs und sage das? Und umgekehrt - kam keiner früher auf die Idee, Bodenkontrollen- und Militärradar abzugleichen?
Oder wurde hier schlicht und einfach mit Informationen an die Öffentlichkeit geschlampt? Ernsthaft: Das, was die Angehörigen der Passagiere zurzeit durchleiden müssen, muss unnachfühlbar schrecklich sein. Ich will mir nicht vorstellen, wie viel Angst sie haben, wie traurig sie sind, wie sie nicht wissen, wie es weiter geht - wie sie ÜBERHAUPT NICHTS wissen. Wie fühlt es sich an, wenn du am Flughafen wartest, dass deine Eltern mit dem Flieger kommen, doch der Flug verspätet und verspätet sich, plötzlich heißt es: Der Flieger ist vom Radar verschwunden, vermutlich abgestürzt, deine Eltern wahrscheinlich tot. Dann plötzlich, ein Hoffnungsschimmer, das Flugzeug scheint weitergeflogen zu sein, doch nicht abgestürzt, vielleicht irgendwo notgelandet. Dann wieder Bangen: Warum findet man nichts heraus, wieso hört man nichts? Wurde es doch entführt, ist es irgendwann, als der Treibstoff leergeflogen war, doch am Boden zerschollen? Wo sind deine Eltern? Wieso sagt dir keiner was, wieso finden sie sie nicht, wieso weißt du nicht, was sie genau in dieser Minute unternehmen, um deine Eltern zu finden?
Wie können Menschen nur in Kauf nehmen, dass es anderen Menschen so ergeht, dass sie so etwas durchleiden müssen? Wie kann man ihnen nur Informationen vorenthalten, wie kann man solche Menschen im Stich lassen? Wie kann irgendjemand es verantworten, diese Leute nicht an jedem Schritt teilhaben zu lassen, der unternommen wird, um ihre Geliebten zu finden? Oder will irgendjemand gar nicht, dass das Flugzeug überhaupt gefunden wird? Spielt irgendeine Regierung, irgendein Mensch, irgendeine Organisation ein perverses Spiel mit der Menschheit, mit den Angehörigen? Wie auch immer: Die Kommunikation - sowohl zwischen Medien und Regierung als auch zwischen Zuständigen und Betroffenen - scheint in diesem Fall massiv misslungen zu sein.
Ganz abgesehen davon, dass ich mich frage, wie ein Flugzeug unbemerkt abtauchen kann, frage ich mich noch viel mehr, wie es landen kann, ohne dass die Welt es mitbekommt. Selbst in einem kleinen Flughafen arbeiten Menschen, denen es nicht entgangen sein kann, dass da ein Flugzeug gelandet ist, mit dem etwas nicht stimmt, das außerplanmäßig landete, das die ganze Welt sucht. Und selbst, wenn der ganze Flughafen und sein Personal geschmiert ist und alle dichthalten, dass ein geheimes Flugzeug zu Gast ist - was ist mit den Insassen? Falls sie nicht angegriffen worden sind - was die erzwungene Kursänderung und Landen auf einem fremden Flughafen nicht grade implizieren würde - wieso versuchen sie nicht, irgendwie Kontakt mit der Außenwelt herzustellen? Da ich größte Zweifel daran habe, dass die Passagiere einen Versuch unterlassen würden, ihre Freunde und Familien zu erreichen, frage ich mich: Wieso wird nicht untersucht, ob es Versuche der Kontaktaufnahme gegeben hat - hat irgendein Passagier sein Handy angeschaltet, versucht, einen Angehörigen anzurufen, gab es irgendwelche Versuche, ohne Netzempfang zu telefonieren, wahrscheinlich sogar von auffällig vielen Handys zur selben Zeit am selben Ort? Und wenn es keine Möglichkeit gibt, das herauszufinden, stelle ich wieder meine Eingangsfrage: Wieso ist DAS nicht möglich, wenn doch tausende Informationen über jeden einzelnen gläsernen Menschen gespeichert und verarbeitet werden?

Und noch eine weitere Sache beschäftigt mich seit dem ersten Tag, an dem von terroristischen Aktionen die Rede war, weil zwei Iraner mit gestohlenen Pässen an Bord gegangen sind: Wie ist das überhaupt möglich? Wieso wird, wenn ein Reisender routinemäßig seinen Reisepass aushändigt, auf dem Bildschirm des Sicherheitspersonals nicht ein blinkendes rotes Kästchen angezeigt, mit der Nachricht der Interpol, dass es sich bei dem eben gescannten Pass um ein geklautes Dokument handelt? Wieso nimmt eine Sicherheitskontrolle einen Pass eines Österreichers entgegen und wundert sich nach einem Blick auf das Foto nicht, dass der nahöstlich aussehende Mann, der den Pass auf den Tresen gelegt hat, so gar nicht nach Mitteleuropa aussieht? Wieso wird sich inzwischen in den allermeisten moderneren Ländern die Mühe gemacht, Fingerabdrücke auf Miniminiminimikrochips in Pässen zu speichern, wenn diese dann nicht mal bei der angeblich aufwändigsten Sicherheitsprozedur - am Flughafen - überprüft werden? Und wenn es ein so großer Aufwand wäre, von jedem Reisenden die Fingerabdrücke mit denen auf dem Pass  abzugleichen, frage ich mich erneut meine erste Frage: Wie kann so etwas zu aufwändig sein, wenn doch Roboter auf anderen Planeten winzige Steinchen untersuchen?

Auf einmal hieß es dann: Die Häuser der Piloten wurden durchsucht, eventuell haben sie die Transponder, also die flugzeuginternen Kontaktgeräte zum Bodenpersonal, manuell abgeschaltet. Bei einer Boeing 777 ist das quasi, wenn man weiß, wie man es anstellen muss, wie einen Lichtschalter umzulegen. Die Piloten - oder irgendeine flugzeugkundige Person - hätte also einfach dem Kontaktschnürchen den garaus machen können und munter in irgendeine Richtung weiterfliegen können, wie er oder sie Lust hat. Ich muss auch hier wieder eine Frage stellen, die mir auf der Seele brennt: Warum gibt es für Piloten überhaupt die Möglichkeit, die Transponder abzuschalten? Welches Szenario würde es erfordern, dass der Pilot entscheiden muss, dass die Bodenkontrollen nicht mehr wissen sollen, wo sein Flugzeug sich befindet? Wie kann es soweit kommen, dass ein Pilot, Copilot oder Eindringling ins Cockpit tatsächlich so viele Strippen ziehen kann, dass kein Mensch mehr sagen kann, wo ein Flugzeug hingeflogen ist? Und nochmal, die Frage, um die sich das ganze verrückte Rätselraten dreht: Wie kann es sein, dass bei der ausgefeiltesten Sicherheitstechnik trotzdem noch ein Knopfdruck bewirken kann, dass die Welt ein Flugzeug verliert wie ein kleines Kind einen aufgelesenen Kieselstein?

Die Menschheit ist so unlogisch. Es macht mich hilflos, wenn ich darüber nachdenke, wie sinnbefreit sie manchmal ist. Ich bete und hoffe einfach nur für die Angehörigen der Insassen der Maschine, dass sie bald Antworten auf ihre Fragen bekommen.

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19. Januar 2014 7 19 /01 /Januar /2014 11:54

In einem Buch, das ich momentan lese, schreibt der Autor - Timothy Ferriss - einen sehr klugen Satz: "People don't want to be millionaires - they want to experience what they believe only millionaires can buy. ... $1,000,000 in the bank isn't the fantasy. The fantasy is the lifestyle of complete freedom it supposedly allows." 

Ja. Es geht mir eigentlich wirklich nicht darum, reich zu sein. Es geht mir darum, mir die Dinge leisten zu können, die ich tun will. Dafür muss man ja eigentlich nicht viel Geld haben, sondern nur genug Geld. 
Ich habe Träume, und ich habe natürlich auch die Absicht, sie umzusetzen. Ich bin neugierig und will mein Leben genießen, ich will später für meine Enkelkinder so sein, wie mein Opa jetzt für mich ist: Er zeigt mir Fotos von seinen Reisen nach Neuseeland, Hawaii, Israel, Australien, Singapur, Südafrika und Kreta, er war an der amerikanischen West- und Ostküste ebenso wie im Landesinneren und er hat hervorragende geografische Kenntnisse über Deutschland, weil er sich so viel angesehen hat in diesem Land. Er erzählt mir Geschichten von besonderen Hotels, gastfreundlichen Menschen und aufregenden Ausflügen. 
Doch genau da liegt das Problem: In solchen Fällen ist genug Geld eben gleichgesetzt mit viel Geld. Ich will nach Schottland, Skandinavien, Amerika, Vietnam, Singapur, China, Japan, Südkorea, Malaysia, Thailand, Kanada, Spanien, Griechenland... Ich will mir so viele Städte ansehen, Wien, Venedig, Rom, Prag, Paris... Die Frge ist, wie bezahlt man das denn bitteschön?

In meinem ehemaligen Jahrgang gibt es ein paar Mädchen, die - so kommt es mir vor - ständig verreisen. Ich bin mit ihnen nur auf Facebook befreundet, doch das reicht, um alles mitzubekommen, wenn sie in ihren jungen Jahren die Welt bereisen. Die eine postet Fotos aus Ecuador, dann aus der Dominikanischen Republik, dann plötzlich aus Los Angeles oder den Rocky Mountains. Die nächste verschwindet einfach so mal eben für drei Wochen nach Australien, nachdem sie im Sommer schon auf Europatour war. Oder auch meine ältere Cousine: Im Sommer war sie auf Vietnamreise mit Abstecher nach Kuala Lumpur, grade im vorigen Jahr war die komplette Familie auf Amerikaurlaub und auch davor kamen Postkarten aus Städten wie London von ihr an. 

Sie alle leben diesen International Lifestyle, der bei der Generation Student so angesagt ist momentan. Die Lust, die Welt zu entdecken, überall gewesen zu sein und seine Landkarte mit lauter besuchten Punkten zu füllen eint die Menschen von heute. Doch ich frage mich jedes Mal, wenn ich wieder von einem solchen Trip lese oder höre: Wie um alles in der Welt bezahlen die das?! Als ich meinen Trip nach Amerika gemacht habe, habe ich mich entschieden, nur zwei Wochen wegzufahren und nur in einer Stadt zu bleiben, weil ich mir teures Umherreisen (z.B. mit Inlandsflügen) nicht leisten konnte. Ich habe lange für diesen Urlaub gespart und gearbeitet und habe mir auch etwas von dem Geld genommen, das auf einem sicheren Reservenkonto für den späteren Einstieg ins Berufsleben liegt - für die Zeit, wenn man das Geld dann wirklich braucht, und zwar um zu leben, nicht um zu verreisen. 
Reisen bildet, schafft Erfahrung und schenkt einem Erinnerungen, die einen für immer begleiten und einen wachsen lassen. San Francisco war eine tolle Reise, das Geldausgeben hat sich auf jeden Fall gelohnt, aber jetzt kann ich auch definitiv eine solche Reise in nächster Zeit nicht mehr machen. Daher frage ich mich wirklich, wie machen meine Altersgenossen das? Sie sind alle genauso Studenten wie ich, leben nicht mehr bei ihren Eltern, haben eigene Autos, aber gehen regelmäßig feiern und verreisen quer über die Kontinente. Ich bin mir sicher, dass ihre Familien Geld haben. Schon in der Schule wusste man, dass im Hintergrund Papa und Mama den einen oder anderen Euro rüberschieben, um Töchterchen ein gutes Leben zu bieten. Da haben wir's: Geld. 

In jedem Lifestylemagazin - oder, moderner und heute viel aktueller: Blog - liest man davon, dass die jungen Leute nicht ihr Leben träumen, sondern ihre Träume leben sollen. Verreist, ihr Twens, seht euch die Welt an, seid Weltenbummler und Abenteurer! Verschwendet eure Zeit nicht mit Alltag, sondern lebt, feiert, schreibt die Geschichten, die ihr später erzählen wollt, anstatt später darüber nachzudenken, was ihr alles hättet erzählen können! Ja, klasse, sehr inspirierend. Leider vergessen diese Vielerlebten und Weitgereisten bei ihren Lebenstipps zu erwähnen, wie man sich sowas finanziert, wenn man als Student 400€ im Monat zur Verfügung hat, Miete, Essen und Auto zu bezahlen hat und die Eltern eben nicht im fünfstelligen Bereich pro Monat verdienen und einem das Leben finanzieren. Ich sage ja nicht, dass ich am Existenzminimum lebe, mir und meiner Familie geht es gut und klar geben meine Eltern mir hier und da was dazu - aber sicherlich nicht mal einfach so drei Wochen Australien. Meine Geschwister und ich - und die allermeisten meiner Freunde - sparen für das, was sie wirklich wollen. Meine Schwester will ein Jahr nach Amerika als Au Pair. Sie hat seit dem Ende ihrer Schulzeit Geld verdient und ihr Erspartes dafür verwendet, ihre Organisation zu bezahlen. Eine Freundin wollte ihren Freund in Spanien besuchen. Also hat sie ihr erarbeitetes Geld genommen, um den Flug zu bezahlen. Sowohl ihre als auch meine Eltern hätten Vögel gezeigt, wenn man sie aufgefordert hätte, das alles zu bezahlen. 

Der Lifestyle, den man gerne hätte, ist nicht für jeden gleich gut bezahlbar. Also findet man sich entweder mit dem ab, was man haben kann, oder tut alles dafür, später seinen beruf so auszuüben, dass man nicht nur hervorragend verdient, sondern auch noch die Zeit hat, die Träume seiner Jugend umzusetzen. 

 



  

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